Mündliche Frage Nr. 382 16. April 2026 – Frage von A. JERUSALEM an Herrn Minister FRANSSEN zu KI in den Lern- und Bewertungsprozessen unserer Schülerinnen und Schüler Welche vollzogenen Anpassungen und innovativen Konzepte werden in den Schulen der DG bereits umgesetzt? Die nachfolgend veröffentlichte Frage und die Antwort entsprechen den hinterlegten Originalfassungen. Die endgültige Version ist im Bulletin für Interpellationen und Fragen (BIF) veröffentlicht. Frage von Andreas JERUSALEM (ECOLO), vom 16. April 2026: Im Rahmen der Diskussionen um den besten Umgang mit Sozialen Medien reifte in diesem Hause mehrheitlich die Erkenntnis, dass dieser nicht in einem Verbot besteht, sondern in einem mündigen Umgang und klaren gesetzlichen Rahmenbedingungen. Gleiches gilt für die Rolle der künstlichen Intelligenz, zum Beispiel auch im Lernprozess unserer Schülerinnen und Schüler hinterfragen. Diesen kann sie ergänzen und positive beeinflussen, hat aber auch ihre Grenzen. Tatsächlich hat die KI schon Einzug in den Schulalltag gefunden. Schülerinnen und Schüler nutzen sie, um sich auf den Unterricht vorzubereiten, ihre Hausaufgaben zu erledigen, um Arbeiten zu verfassen und als Recherche-Tool. Angesichts der rasanten Entwicklung Werkzeuge der künstlichen Intelligenz und ihrer zunehmenden Nutzung müssen Lehrkräfte und Schulen, ihre pädagogischen Ansätze sowie die Formen der Bewertung überdenken und ggf. anpassen. In diesem Zusammenhang möchte ich Ihnen folgende Fragen stellen: 1. Welche vollzogenen Anpassungen und innovativen Konzepte werden in den Schulen der DG bereits umgesetzt? 2. Welche Erwartungshaltung hat die Regierung gegenüber Schulen und Lehrkräften, Lernprozesse und Bewertungsmethoden an die zunehmende Präsenz von künstlicher Intelligenz in Lernprozessen anzupassen? Antwort von Jérôme FRANSSEN (CSP), Minister für Unterricht, Ausbildung und Beschäftigung Sehr geehrte Frau Vorsitzende, Sehr geehrter Herr Jerusalem, Werte Kolleginnen und Kollegen, künstliche Intelligenz verändert derzeit grundlegend unsere Arbeits-, Wissens- und Lebenswelt. Darauf muss unser Unterrichtswesen reagieren – nicht mit Fokus auf Verbote, sondern durch eine konsequente pädagogische Weiterentwicklung und klare Regeln. In den Schulen der DG gibt es bereits eine Vielzahl pragmatischer und verantwortungsvoller Ansätze, wie unter anderem den Einsatz von KI als Recherchewerkzeug, projektbasierte Arbeiten sowie erste schulinterne Leitlinien im Umgang mit KI. Ein vollständiges Bild aller tagtäglichen Anwendungen ist schwierig zu erfassen, zumal sich die Technik der Künstlichen Intelligenz rasant entwickelt. Ich sehe in jedem Fall einen hohen Entwicklungs- und Regelbedarf. Ich habe deshalb alle zentralen Bildungsakteure zu einem Treffen im Mai geladen – Unterrichtsnetze, duale Ausbildung, Autonome Hochschule, Kaleido und Verwaltung. Ziel des Treffens ist, eine gemeinsame Bewertung zum Stand der Nutzung von KI im Unterrichtswesen vorzunehmen und zu bestimmen, in welchen Bereichen ein abgestimmter Regelungsrahmen erforderlich ist. Klar ist, dass die Rahmenpläne daran angepasst werden müssen. Aus genau diesem Grund wird unter anderem die Informations- und Medienkompetenz künftig verpflichtend sein. Der Regierung ist klar, dass die Kinder und Jugendlichen einen mündigen und reflektierten Umgang mit KI lernen müssen. Das ist eine wesentliche Zielsetzung des künftigen Unterrichtswesens. Und hierzu bedarf es auch der pädagogischen Verantwortung. Lehrkräfte und Schulen dürfen wir mit dieser Herausforderung auf keinen Fall alleine lassen. Genau diese Frage der optimalen Unterstützung für Lehrkräfte (Fortbildung, Austauschformate und pädagogische Begleitung) wird Thema des Treffens sein. Meine Zielsetzung ist, dass aus diesem Treffen eine Arbeitsgruppe hervorgeht, die sich mit den Herausforderungen von KI ständig und begleitend befassen wird.
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