Fragen und Antworten

Schriftliche Frage Nr. 142

16. April 2026 – Frage von M. BALTER an Herrn Ministerpräsident PAASCH zur Entwicklung der Anzahl Firmenpleiten in der Deutschsprachigen Gemeinschaft

Wie viele Konkurse gab es in der DG in jedem Jahr von 2015 bis 2025? Bitte je Jahr eine Aufschlüsselung nach Gemeinde sowie nach Wirtschaftssektor (NACE), Rechtsform und Betriebsgröße, soweit verfügbar.

Die nachfolgend veröffentlichte Frage und die Antwort entsprechen den hinterlegten Originalfassungen. Die endgültige Version ist im Bulletin für Interpellationen und Fragen (BIF) veröffentlicht.


Frage von Michael BALTER (Vivant), vom 16. März 2026:

Wir richten die nachstehenden Fragen an Sie, weil die Entwicklung der Firmeninsolvenzen und der Unternehmensdynamik in der Deutschsprachigen Gemeinschaft (DG) unmittelbar die Wirtschafts- und Standortpolitik sowie die Wirtschaftsförderung betrifft und damit in Ihren Zuständigkeitsbereich fällt. Zudem wird die Behandlung im Parlament in erster Linie dem Ausschuss I zugeordnet, der die Bereiche Finanzen, nachhaltige Entwicklung und Wirtschaftsförderung umfasst.

Laut einem GrenzEcho-Bericht vom 3. Januar 2026 war 2025 für viele Betriebe ein „Jahr ohne Puffer“: Belgien verzeichnete 11.697 Firmenpleiten, das ist der höchste Wert seit 2013 und ein Plus von 5,9 Prozent gegenüber 2024. GraydonCreditsafe bestätigt diese Größenordnung und spricht von einer deutlichen Abkühlung des Unternehmertums. 

Während GraydonCreditsafe ihren Bericht als Marktanalyse beschreibt, veröffentlicht Statbel die amtliche Statistik zu den in Belgien für bankrott erklärten Unternehmen.

Laut Statbel wurden 2025 in Belgien 11.665 Unternehmen für bankrott erklärt (plus 5,4 Prozent gegenüber 2024; Höchststand seit 2013). Gleichzeitig zeigen die in der DG verfügbaren Indikatoren, dass auch Ostbelgien von dieser Entwicklung nicht abgekoppelt ist.

Zusätzlich weist eine aktuelle Pressemeldung von Embuild unter Verweis auf Zahlen des FÖD Wirtschaft darauf hin, dass der Bau- und Installationssektor 2025 belgienweit besonders stark betroffen war: Es wurden 2.780 Insolvenzen in diesem Sektor registriert (Rekordwert); zugleich bleiben die Aussichten für 2026 laut Embuild sehr verhalten.

Besonders alarmierend ist dabei der arbeitsmarktliche Effekt: Statbel registrierte 2025 belgienweit 29.842 Arbeitsplatzverluste im Zusammenhang mit Insolvenzen (plus 2,0 Prozent gegenüber 2024). Andere Marktanalysen (GraydonCreditsafe) kommen – je nach Abgrenzung – auf abweichende Größenordnungen.

Gerade deshalb ist es erforderlich, die wirtschaftspolitisch relevanten Eckdaten für die DG (Insolvenzen, Neugründungen/Geschäftsaufgaben) konsistent und nachvollziehbar mitzuteilen.

Parallel dazu zeigt sich eine schwindende Dynamik bei Neugründungen und Geschäftsaufgaben: 2025 wurden belgienweit 135.883 neue Unternehmen gegründet, während 117.252 Unternehmen ihre Tätigkeit einstellten. Der Nettozuwachs von 18.631 ist laut GraydonCreditsafe der niedrigste Wert seit zehn Jahren. 

Die Belastungen sind dabei nicht gleich verteilt. Der GrenzEcho-Artikel berichtet von deutlichen regionalen Unterschieden: In Flandern und Brüssel stiegen die Insolvenzen (Brüssel besonders stark), während die Wallonie im Jahresvergleich rückläufig war. Sektorübergreifend kommen mehrere Stressfaktoren gleichzeitig zusammen: Nachwirkungen der Krisen seit 2020, hohe Kosten, Zinsen, Lohnindexierungen und neue geopolitische Unsicherheiten.

Besonders betroffen sind laut GraydonCreditsafe, Embuild und GrenzEcho erneut das Baugewerbe (Rekordwerte), Transport und Logistik (Kosten- und Wettbewerbsdruck, teure Auflagen und Digitalisierung) sowie die Dienstleistungsbranchen, darunter IT und Beratung, wo zusätzlich technologischer Umbruch und Preisdruck wirken.

Für die DG ist das keine abstrakte Debatte: Das Statistikportal Ostbelgien hält fest, dass 2024 in der DG 30 Betriebe Konkurs anmeldeten (Höchstwert der letzten fünf Jahre). Besonders häufig betroffen waren Gastgewerbe (9), Bau und Baunebengewerbe (5) sowie Handel/Auto-Instandhaltung (5).

Gleichzeitig ist in Ostbelgien mit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Ostbelgiens (WFG) eine zentrale Struktur der Unternehmensförderung vorhanden, insbesondere auch für Existenzgründung und Unternehmenssicherung. Die WFG hebt bei Existenzgründungen Unterstützung von der Idee über Formalitäten bis hin zu Finanzierung und Beihilfen hervor und betont, dass Gründungsinteressierte in einem umfassenden Gespräch zu allen relevanten Aspekten begleitet werden.

Aus WFG-Quellen geht hervor, dass es nicht nur um Gründung, sondern ausdrücklich auch um Existenzsicherung und die Begleitung bestehender Unternehmen geht. Im Geschäftsbericht 2024 beschreibt die WFG „gezielte Beratungen für zukünftige Selbstständige sowie bestehende Betriebe“ und nennt konkrete Unterstützungsbereiche wie die Strukturierung der Projektidee, die Businessplan-Erstellung, die Beratung zur passenden Rechtsform und zu Formalitäten, Soll-Ist-Vergleiche sowie den Einsatz des Business Model Canvas. Zudem unterstützt die WFG bei Finanzierungen, Beihilfen und Genehmigungen. Für 2024 weist der Bericht unter anderem aus, dass 388 Personen in der Gründungsphase begleitet wurden (davon 91 mit Aktivitätsstart in 2024; zusätzlich 46 Beratene aus Vorjahren mit Schritt in die Selbstständigkeit im Berichtsjahr) sowie 147 Personen bzw. Unternehmen in der Sicherungsphase beraten und begleitet wurden. Darüber hinaus verweist die WFG im Geschäftsbericht 2024 auf Sensibilisierung und Informationsarbeit, etwa über Webinare zur Selbstständigkeit und weitere Informationsformate, sowie Aktivitäten im Schul- und Ausbildungsbereich, um unternehmerisches Denken frühzeitig zu fördern.

Vor diesem Hintergrund ist es umso wichtiger, die Entwicklung der Insolvenzen und der Unternehmensdynamik in der DG über einen längeren Zeitraum faktenbasiert offenzulegen (2015–2025) und die Rolle sowie die messbare Wirkung der WFG-Instrumente in diesem Kontext transparent darzustellen. Besonders relevant erscheint dabei auch das Alter der insolventen Unternehmen: Wenn ein großer Teil der Insolvenzen sehr junge Unternehmen betrifft, stellt sich die Frage, wie stark Gründende vorab über betriebswirtschaftliche Kernrisiken, Liquiditätsplanung, Pflichten und Führungsaufgaben informiert werden und wie die begleitende Sicherungsphase konkret funktioniert.

Unsere Fragen an Sie lauten wie folgt:

1.    Wie viele Konkurse gab es in der DG in jedem Jahr von 2015 bis 2025? Bitte je Jahr eine Aufschlüsselung nach Gemeinde sowie nach Wirtschaftssektor (NACE), Rechtsform und Betriebsgröße, soweit verfügbar.
2.    Wie viele Neugründungen und wie viele Geschäftsaufgaben gab es in der DG in jedem Jahr von 2015 bis 2025, und wie hoch ist der jeweilige Nettozuwachs beziehungsweise -rückgang? Bitte je Jahr eine nachvollziehbare Darstellung (Neugründungen, Geschäftsaufgaben, Nettoentwicklung).
3.    Wie hat sich der Anteil der Ein-Personen-Unternehmen in der DG in den Jahren 2015 bis 2025 entwickelt? Bitte pro Jahr die absolute Zahl und den Anteil an den Neugründungen beziehungsweise am Unternehmensbestand, soweit verfügbar.
4.    Welche Branchen waren in der DG 2015 bis 2025 bei Insolvenzen und Geschäftsaufgaben besonders auffällig, und welche Schlussfolgerungen zieht die Regierung daraus für die Prioritäten der Wirtschaftsförderung ab 2026?
5.    Wie viele Konkurse entfielen in der DG in jedem Jahr von 2015 bis 2025 auf den Bau- und Installationssektor (NACE), und wie hoch ist deren Anteil an allen Konkursen in der DG? Bitte je Jahr zusätzlich nach Gemeinde und Betriebsgröße aufschlüsseln, soweit verfügbar.
6.    Wie alt waren die Unternehmen, die in der DG in den Jahren 2015 bis 2025 Konkurs anmeldeten? Bitte je Jahr eine Verteilung nach Altersklassen (beispielsweise unter 1 Jahr, 1 bis 3, 3 bis 5, 5 bis 10, über 10 Jahre) sowie Median- und Durchschnittsalter, soweit verfügbar.
7.    Falls bestimmte Daten für die Beantwortung der Fragen 5) und 6) ganz oder teilweise in die Zuständigkeit der Wallonischen Region fallen: Haben Sie hierzu bereits Gespräche mit Ihrem wallonischen Amtskollegen geführt, um Datenzugang, Zuständigkeitsabgrenzung und Berichterstattung für die DG zu klären? Wenn ja, wann und mit welchem Ergebnis? Wenn nein, sind solche Gespräche geplant und bis wann?
8.    Welche Steuerungs- und Reportinginformationen zur Wirtschaftsförderung in Ostbelgien liegen der Regierung für die Jahre 2015 bis 2025 vor, insbesondere im Zusammenhang mit der WFG (Leistungsziele, Kennzahlen, Berichts- und Controllingpflichten)? Bitte die vorhandenen Indikatoren und Berichtswege kurz darstellen. Bitte fügen Sie – soweit vorhanden – die einschlägigen Leistungsvereinbarungen, Jahresberichte/Reportingvorlagen und die zuletzt verwendeten Kennzahlenübersichten (oder Links/Bezeichnungen mit Dokumenttitel und Datum) bei.


Antwort von Oliver PAASCH (ProDG), Ministerpräsident

Der ehrenwerte Fragesteller irrt, wenn er glaubt, dass Wirtschaftspolitik und Wirtschaftsförderung in den Zuständigkeitsbereich der DG fallen. Die DG ist weder für Wirtschaftspolitik noch für Wirtschaftsförderung zuständig. Das sind Aufgabengebiete der Wallonischen Region. Sämtliche Fragen betreffen Kompetenzen der Wallonischen Region. Ich erinnere den Fragesteller daran, dass die Regierung nur Fragen beantworten muss, die in ihren Zuständigkeitsbereich fallen. Ich erinnere den Fragesteller auch daran, dass die Regierung nicht verpflichtet ist, Recherchen durchzuführen, die der Fragesteller selbst erstellen kann. Im vorliegenden Fall sind fast alle erfragten Angaben frei im Internet zugänglich. Das Fraktionssekretariat des Fragestellers hätte sie selbst zusammenstellen können. Die Regierung muss das nicht anstelle des Fraktionssekretariats tun.

Dennoch sind wir ausnahmsweise bereit, die Arbeit des Sekretariats der Vivant-Fraktion zu übernehmen.

Fragen 1-6

Die zur Beantwortung der Fragen 1 bis 6 genutzten Daten stehen nahezu vollständig in der Statistikdatenbank der Deutschsprachigen Gemeinschaft zur Verfügung (https://ostbelgien.inzahlen.be/jive).

Konkurse

Die Daten zu den Konkursen basieren auf Daten der Zentralen Unternehmensdatenbank (ZDU) sowie des statistischen Unternehmensregisters. Sie werden von Statbel veröffentlicht (https://statbel.fgov.be/fr/themes/entreprises/faillites/faillites-mensuelles#figures). Bei der Interpretation der Zahlen ist zu berücksichtigen, dass zwischen der Einstellung der wirtschaftlichen Tätigkeit und der Insolvenzerklärung durch das Handelsgericht eine gewisse Verzögerung besteht. Infolgedessen zeigen sich wirtschaftliche Auswirkungen erst mit Zeitverzug in den Zahlen.

Zwischen 2015 und 2025 bewegte sich die Zahl der Konkurse zwischen 20 und 39, ohne dass sich ein klarer Trend abzeichnete. Mit 20 Fällen wurde im Jahr 2025 der niedrigste Wert seit 2015 erreicht.

Nachfolgende Tabelle zeigt die Anzahl der Konkurse nach Gemeinde (Frage 1).

 

2015

2016

2017

2018

2019

2020

2021

2022

2023

2024

2025

Amel

3

2

1

0

0

2

1

1

0

0

0

Büllingen

2

0

2

1

2

1

0

2

2

1

2

Bütgenbach

2

2

1

1

2

3

3

1

1

1

2

Burg-Reuland

0

0

0

1

0

0

0

0

0

2

1

St.Vith

2

1

4

1

2

7

5

2

1

4

1

Eupen

15

7

11

11

14

8

9

9

10

7

8

Kelmis

2

1

3

3

6

5

1

3

8

3

6

Lontzen

6

2

0

3

3

2

1

5

1

2

0

Raeren

7

3

2

2

2

1

1

3

3

10

0

Total

39

18

24

23

31

29

21

26

26

30

20

Die folgende Tabelle stellt die Verteilung der Konkurse nach Wirtschaftssektoren dar (Frage 1). Da keine außergewöhnlichen Werte vorliegen und die Zahlen sehr gering ausfallen, werden an dieser Stelle auf Interpretationen und Analysen verzichtet (Frage 4).

 

2015

2016

2017

2018

2019

2020

2021

2022

2023

2024

2025

Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei

4

1

0

0

0

1

0

0

1

0

0

Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden

0

0

0

0

0

0

0

0

0

0

0

Verarbeitende Gewerbe

1

3

5

1

1

1

3

2

1

0

1

Energieversorgung

0

0

0

0

0

0

0

0

0

0

0

Wasserversorgung; Abwasser- und Abfallentsorgung und Beseitigung von Umweltverschmutzungen

0

0

0

0

0

0

0

0

0

0

0

Baugewerbe/Bau

4

3

5

1

5

3

4

1

3

5

5

Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen

11

6

6

6

7

6

8

9

5

5

2

Verkehr und Lagerei

0

2

1

1

4

1

0

1

1

1

3

Gastgewerbe/Beherbergung und Gastronomie

12

2

4

4

6

7

2

7

4

9

7

Information und Telekommunikation

2

0

1

1

0

1

0

0

2

0

1

Erbringung von Finanz- und Versicherungsdienstleistungen

0

0

0

0

0

0

0

0

0

0

0

Grundstücks- und Wohnungswesen

0

0

0

0

0

1

0

0

1

0

0

Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen

3

1

1

5

4

4

2

3

4

4

0

Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen

1

0

1

1

2

0

1

1

1

1

1

Öffentliche Verwaltung, Verteidigung; Sozialversicherung

0

0

0

0

0

0

0

0

0

0

0

Erziehung und Unterricht

0

0

0

0

0

0

0

0

1

0

0

Gesundheitswesen, Heime und Sozialwesen

0

0

0

0

1

0

0

0

0

4

0

Kunst, Unterhaltung und Erholung

0

0

0

1

0

1

1

1

1

0

0

Sonstige Dienstleistungen

1

0

0

2

1

3

0

1

1

1

0

Priv. Haushalte mit Hauspersonal; Herst. v. Waren u. Erbringung v. Dienstl. durch priv. Haushalte

0

0

0

0

0

0

0

0

0

0

0

Extraterritoriale Organisationen und Körperschaften

0

0

0

0

0

0

0

0

0

0

0

Unbekannt

0

0

0

0

0

0

0

0

0

0

0

Total

39

18

24

23

31

29

21

26

26

30

20

Nachfolgende Tabelle zeigt die Entwicklung und den Anteil der Konkurse im Baugewerbe (Frage 5). Die Zahlen fallen sehr gering aus und schwanken zwischen 1 bis 5 Konkursen pro Jahr.

 

2015

2016

2017

2018

2019

2020

2021

2022

2023

2024

2025

Baugewerbe

4

3

5

1

5

3

4

1

3

5

5

Total Konkurse

39

18

24

23

31

29

21

26

26

30

20

Anteil Baugewerbe an allen Konkursen

10,3 %

16,7 %

20,8 %

4,3 %

16,1 %

10,3 %

19,0 %

3,8 %

11,5 %

16,7 %

25,0 %

Nach Gemeinde ergibt sich folgende Entwicklung der Konkurse im Baugewerbe (Frage 5).

 

2015

2016

2017

2018

2019

2020

2021

2022

2023

2024

2025

Amel

2

1

1

0

0

1

1

0

0

0

0

Büllingen

0

0

0

0

1

0

0

0

0

0

1

Bütgenbach

1

0

1

0

0

1

0

0

0

0

0

Burg-Reuland

0

0

0

0

0

0

0

0

0

0

1

St.Vith

0

0

1

0

0

1

1

0

0

1

0

Eupen

1

1

2

1

3

0

2

1

0

2

2

Kelmis

0

0

0

0

1

0

0

0

3

0

1

Lontzen

0

0

0

0

0

0

0

0

0

0

0

Raeren

0

1

0

0

0

0

0

0

0

2

0

Total

4

3

5

1

5

3

4

1

3

5

5

Nach Betriebsgröße stellt sich die Entwicklung der Konkurse im Baugewerbe wie folgt dar (Frage 5).

 

2015

2016

2017

2018

2019

2020

2021

2022

2023

2024

2025

0 - 4 Mitarbeiter

4

3

4

1

4

3

4

1

2

5

5

5 - 9 Mitarbeiter

0

0

0

0

0

0

0

0

0

0

0

10 - 19 Mitarbeiter

0

0

0

0

1

0

0

0

1

0

0

20-49 Mitarbeiter

0

0

1

0

0

0

0

0

0

0

0

50 - 99 Mitarbeiter

0

0

0

0

0

0

0

0

0

0

0

100 - 199 Mitarbeiter

0

0

0

0

0

0

0

0

0

0

0

200 - 249 Mitarbeiter

0

0

0

0

0

0

0

0

0

0

0

250 - 499 Mitarbeiter

0

0

0

0

0

0

0

0

0

0

0

500 - 999 Mitarbeiter

0

0

0

0

0

0

0

0

0

0

0

1000 Mitarbeiter und mehr

0

0

0

0

0

0

0

0

0

0

0

Total

4

3

5

1

5

3

4

1

3

5

5

Nachfolgende Tabelle zeigt die Aufteilung der Konkurse nach Rechtsform (Frage 1).

 

2015

2016

2017

2018

2019

2020

2021

2022

2023

2024

2025

Einpersonengesellschaft

23

9

7

7

11

10

4

8

15

18

7

Offene Handelsgesellschaft oder einfache Kommanditgesellschaft

0

0

0

0

0

2

0

1

0

1

0

Aktiengesellschaft oder Kommanditgesellschaft auf Aktien

3

3

1

0

2

0

1

3

0

0

0

Gesellschaft mit beschränkter Haftung

13

6

16

15

17

14

14

13

11

10

13

Genossenschaft

0

0

0

1

1

0

2

0

0

0

0

Andere

0

0

0

0

0

3

0

1

0

1

0

Total

39

18

24

23

31

29

21

26

26

30

20

Die nachstehende Tabelle gibt einen Überblick über die Verteilung der Konkurse nach Betriebsgröße (Frage 1).

 

2015

2016

2017

2018

2019

2020

2021

2022

2023

2024

2025

0 bis 4 Mitarbeiter

38

17

22

21

27

29

20

22

23

26

19

5 bis 9 Mitarbeiter

1

0

1

1

2

0

1

3

1

2

1

10 bis 19 Mitarbeiter

0

0

0

1

2

0

0

1

1

2

0

20 bis 49 Mitarbeiter

0

1

1

0

0

0

0

0

1

0

0

50 bis 99 Mitarbeiter

0

0

0

0

0

0

0

0

0

0

0

100 bis 199 Mitarbeiter

0

0

0

0

0

0

0

0

0

0

0

200 bis 249 Mitarbeiter

0

0

0

0

0

0

0

0

0

0

0

250 bis 499 Mitarbeiter

0

0

0

0

0

0

0

0

0

0

0

500 bis 999 Mitarbeiter

0

0

0

0

0

0

0

0

0

0

0

>999 Mitarbeiter

0

0

0

0

0

0

0

0

0

0

0

Total

39

18

24

23

31

29

21

26

26

30

20

In der folgenden Tabelle ist die Anzahl der Konkurse nach Lebensdauerkategorien der Betriebe dargestellt (Frage 6). Das Median- und Durchschnittsalter liegt nicht vor.

 

2015

2016

2017

2018

2019

2020

2021

2022

2023

2024

2025

weniger als 1 Jahr

3

0

0

0

0

0

0

0

0

2

0

1 Jahr bis weniger als 2 Jahre

2

1

3

2

3

1

1

1

2

2

0

2 Jahre bis weniger als 3 Jahre

1

2

2

4

1

1

2

2

0

0

1

3 Jahre bis weniger als 4 Jahre

4

1

1

1

1

3

0

3

6

3

4

4 Jahre bis weniger als 5 Jahre

2

0

1

2

5

3

2

1

6

2

1

5 Jahre bis weniger als 10 Jahre

12

4

4

4

9

9

5

7

5

12

6

10 Jahre bis weniger als 15 Jahre

7

3

6

6

6

3

4

5

3

2

2

15 Jahre bis weniger als 20 Jahre

2

2

2

1

1

2

1

0

2

4

1

20 Jahre oder mehr

6

5

5

3

5

7

6

7

2

3

5

Total

39

18

24

23

31

29

21

26

26

30

20

Mehrwertsteuerpflichtige: Bestand, Gründungen und Löschungen

Das belgische Statistikamt Statbel veröffentlicht Zahlen zu mehrwertsteuerpflichtigen Betrieben (https://statbel.fgov.be/fr/themes/entreprises/entreprises-assujetties-la-tva/evolution-annuelle-des-entreprises-assujetties-la#figures). Die Daten stammen aus der Unternehmensdatenbank DBRIS von Statbel. Statbel führt Unternehmensdaten aus der Zentralen Unternehmensdatenbank (ZDU) sowie Daten aus den Mehrwertsteuererklärungen der steuerpflichtigen Unternehmen des FÖD Finanzen zusammen. Derzeit liegen Daten bis zum Jahr 2024 vor. Die Daten des Jahres 2025 stehen im Oktober 2026 zur Verfügung.

Zur Berechnung der Gründungen („créations“) und Löschungen („radiations“) wird zwischen zwei Jahren der Status der Steuerpflichtigen zum 31.12. verglichen: Gründungen umfassen die Unternehmen, die zum 31. Dezember des betrachteten Jahres den Status eines Steuerpflichtigen haben, während sie diesen Status zum 31. Dezember des Vorjahres noch nicht hatten. Es handelt sich somit nicht nur um Neugründungen, sondern auch um andere Gründe, die zur Eintragung (z. B. Wiedereintragungen, Umwandlung in eine neue Gesellschaftsform, Standortverlagerungen aus dem Ausland) geführt haben. Bei Löschungen wird genau das Gegenteil betrachtet. Auch sie spiegeln nicht ausschließlich tatsächliche Geschäftsaufgaben wider, sondern auch andere Ursachen (z. B. Standortverlagerungen ins Ausland), die zur Streichung geführt haben.

Nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick über die Entwicklung der Gründungen, Löschungen und Gesamtzahl der Steuerpflichtigen ab 2015 (Frage 2). Außer im Jahr 2019 ist die Zahl der Steuerpflichtigen gestiegen. Die Zahl der Gründungen befindet sich in den letzten drei Jahren auf einem hohen Niveau. Die Löschungen erreichten mit 425 im Jahr 2024 den höchsten Wert seit 2015. Dies hatte zur Folge, dass Veränderungsrate zum Vorjahr nicht mehr so hoch ausfiel wie in den Jahren zuvor (2020-2023).

 

Gründungen

Löschungen

Alle Steuerpflichtigen [31.12.]

Absolute Änderung zum Vorjahr*

Veränderungsrate zum Vorjahr

2015

357

310

5.737

-

-

2016

444

319

5.857

120

2,09%

2017

361

302

5.923

66

1,13%

2018

358

323

5.955

32

0,54%

2019

391

423

5.923

-32

-0,54%

2020

441

248

6.132

209

3,53%

2021

436

318

6.282

150

2,45%

2022

552

333

6.510

228

3,63%

2023

494

327

6.672

162

2,49%

2024

461

425

6.708

36

0,54%

* Die Berechnung Steuerpflichtige (t) = Steuerpflichtige (t-1) + Gründungen (t) – Löschungen (t) geht hier nicht auf, da innerbelgische Standortverlagerungen nicht als Gründung oder Löschung definiert sind.

Zur Beantwortung der Frage 3 in Bezug auf die Ein-Personen-Unternehmen wird an dieser Stelle die Rechtsform der natürlichen Person analysiert, da es sich hierbei um die häufigste Form für Ein-Personen-Unternehmen handelt. Nachfolgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Anzahl der natürlichen Personen und deren Anteil an allen Unternehmen. Die Zahl der natürlichen Personen ist seit 2015 um 316 gestiegen. Dennoch ist der Anteil an allen Unternehmen nahezu kontinuierlich gesunken. Somit sind die anderen Unternehmensformen im betrachteten Zeitraum stärker gewachsen als die Rechtsform der natürlichen Person.

 

Natürliche Person

Total

Anteil

2015

3.271

5.737

57,0 %

2016

3.299

5.857

56,3 %

2017

3.338

5.923

56,4 %

2018

3.329

5.955

55,9 %

2019

3.274

5.923

55,3 %

2020

3.367

6.132

54,9 %

2021

3.426

6.282

54,5 %

2022

3.538

6.510

54,3 %

2023

3.614

6.672

54,2 %

2024

3.587

6.708

53,5 %

In der nachfolgenden Tabelle ist die Entwicklung der Anzahl Gründungen von natürlichen Personen und deren Anteil an allen Gründungen dargestellt (Frage 3). In den letzten drei Jahren liegt die absolute Zahl der Gründungen auf einem höheren Niveau als in den Jahren 2015 bis 2021. Dennoch liegt der Anteil an allen Gründungen niedriger als in den Jahren 2015 und 2017 bis 2019.  

 

Natürliche Person

Total

Anteil

2015

231

357

64,7 %

2016

253

444

57,0 %

2017

252

361

69,8 %

2018

230

358

64,2 %

2019

260

391

66,5 %

2020

271

441

61,5 %

2021

260

436

59,6 %

2022

337

552

61,1 %

2023

311

494

63,0 %

2024

284

461

61,6 %

Nachfolgende Tabelle zeigt die Anzahl der Löschungen seit 2015 nach Wirtschaftszweig (Frage 4). Hierbei ist die Zahl der Löschungen im Baugewerbe im Jahr 2024 auffällig (74), da sie höher liegt als in den Vorjahren. Die Zahl der Betriebe insgesamt ist jedoch nur um 25 von 853 auf 828 gesunken. 828 Unternehmen im Baugewerbe ist der dritthöchste Wert seit 2015.

Auffällig sind außerdem die 36 Löschungen im verarbeitenden Gewerbe. Es ist der höchste Wert seit 2015. Nichtsdestotrotz ist die Gesamtzahl der Betriebe im verarbeitenden Gewerbe im Vergleich zu 2023 nur um zwei Betriebe gesunken und ist mit 506 auf dem zweithöchsten Stand seit 2015.

Auch im Gastgewerbe wurde 2024 der höchste Wert an Löschungen seit 2015 erreicht. Dennoch wurde im Jahr 2024 die höchste Zahl (418) an Betrieben seit 2015 registriert.

Im Wirtschaftszweig „Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen“ zeigt sich seit 2016 ein nahezu durchgängiger Rückgang der Betriebszahlen. Auch wenn die Anzahl der Löschungen im Verhältnis zur Gesamtzahl nicht außergewöhnlich hoch ist, können die Gründungen das Minus dennoch nicht kompensieren.

 

2015

2016

2017

2018

2019

2020

2021

2022

2023

2024

Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei

36

37

32

30

43

30

31

31

33

36

Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden

0

0

0

0

0

0

0

0

0

0

Verarbeitende Gewerbe

18

20

22

20

27

15

24

19

17

36

Energieversorgung

0

0

1

0

0

0

1

0

1

0

Wasserversorgung; Abwasser- und Abfallentsorgung und Beseitigung von Umweltverschmutzungen

1

1

0

0

0

1

1

0

0

0

Baugewerbe/Bau

35

43

42

38

35

29

41

49

37

71

Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen

59

63

62

76

88

54

59

66

70

74

Verkehr und Lagerei

16

9

7

6

9

1

9

16

10

10

Gastgewerbe/Beherbergung und Gastronomie

38

24

22

34

31

14

33

29

26

38

Information und Telekommunikation

19

15

8

6

20

14

15

12

9

14

Erbringung von Finanz- und Versicherungsdienstleistungen

4

1

2

3

1

0

1

5

3

3

Grundstücks- und Wohnungswesen

4

2

1

5

4

0

1

1

3

6

Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen

36

49

54

37

66

35

38

40

53

49

Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen

14

17

16

22

23

15

19

19

14

23

Öffentliche Verwaltung, Verteidigung; Sozialversicherung

0

0

0

0

0

0

0

1

0

1

Erziehung und Unterricht

1

5

4

10

8

10

12

9

9

13

Gesundheitswesen, Heime und Sozialwesen

7

7

6

8

16

9

7

11

13

14

Kunst, Unterhaltung und Erholung

8

8

10

9

18

3

6

6

9

13

Sonstige Dienstleistungen

14

18

13

19

34

18

20

19

19

23

Priv. Haushalte mit Hauspersonal; Herst. v. Waren u. Erbringung v. Dienstl. durch priv. Haushalte

0

0

0

0

0

0

0

0

1

0

Extraterritoriale Organisationen und Körperschaften

0

0

0

0

0

0

0

0

0

0

Unbekannt

0

0

0

0

0

0

0

0

0

1

Total Betriebsschließungen

310

319

302

323

423

248

318

333

327

425

 

Frage 7

Die DG ist nicht für die Beantwortung der vorliegenden Fragen zuständig. Es handelt sich um Kompetenzen der Wallonischen Region. Wie in der Beantwortung der Fragen 1-6 bereits dargelegt, erfolgt der Datenzugang über das belgische Statistikamt Statbel. 

Frage 8

Die WFG Ostbelgien ist im Rahmen ihrer Tätigkeiten und den damit verknüpften unterschiedlichen Finanzierungsquellen (Geschäftsführungsvertrag DG, europäische Programme und Projekte, Finanzierungen der Wallonischen Region) an standardisierte Berichtspflichten und Reporting gebunden, die anbei erläutert werden:

1.    Geschäftsführungsvertrag zwischen der DG und der WFG: Begleitausschüsse und Leistungsindikatoren

Im Rahmen der Zurverfügungstellung von Geldern über den Geschäftsführungsvertrag zwischen der DG und der WFG tagt seit 2015 jährlich der Begleitausschuss bestehend aus Vertretern der WFG, der Regierung (ehemals Kabinett I. Weykmans und aktuell Kabinett O. Paasch) und des zuständigen Fachbereichs.

Die WFG bereitet hierzu im Vorfeld ein Dokument mit verschiedenen Leistungs- und Wirkungsindikatoren vor, das zudem auch Ergebnisse aus Kunden- und Teilnehmerbefragungen enthält.

Während der Sitzung des Begleitausschusses werden diese Inhalte vorgestellt, Fragen beantwortet sowie gegebenenfalls die Indikatorenberichte angepasst.

Beispiele für erfasste Indikatoren sind:

•    Anzahl Beratungstermine und Existenzgründungen,
•    Veranstaltungsangebote und Teilnehmerzahlen,
•    Maßnahmen im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit,
•    Spezifische Projekte und Austausche mit Partnern,
•    Maßnahmen im Bereich der ländlichen Entwicklung, z. B. Anzahl Sitzungen oder umgesetzter Maßnahmen.

Von den Sitzungen des Begleitausschusses wird ein Protokoll (bzw. Ergebnisvermerk) erstellt. Die letzte Sitzung des Begleitausschusses fand am 10. Februar 2026 statt und betraf das Jahr 2025.

Die Indikatorenberichte sowie die Protokolle der Begleitausschüsse befinden sich im Ordner 1. GFV_Indikatorenberichte und Protokolle.

2.    Geschäftsberichte der WFG

Jährlich legt die WFG im 2. Quartal im Rahmen der Generalversammlung einen umfassenden Geschäftsbericht vor, der allen Mitgliedern und Interessierten zugänglich ist. Er bietet einen Gesamtüberblick über Aufgaben, Tätigkeiten und aktuelle Projekte (inklusive relevanter Zahlen) der WFG.

Der Jahresberichte seit 2015 befinden sich im Ordner  2. Geschäftsberichte WFG.

Der Bericht für das Jahr 2025 wird derzeit ausgearbeitet.

3.    Spezifische Begleitausschüsse zu Unternehmensdienstleistungen (DLU)

Jährlich tagten darüber hinaus separate Begleitausschüsse (DLU – Xistence), zu denen auch Vertreter der Regierung eingeladen wurden. In diesen Ausschüssen wurden die WFG-Dienstleistungen für Unternehmen detailliert vorgestellt und diskutiert.

Ursprünglich waren diese Begleitausschüsse Teil eines ESF-Begleitausschusses, da einzelne WFG-Projekte (Xistence, Nachfolge, Innovation, QUBUS) aus ESF-Mitteln finanziert wurden. Später wurde dieser Ausschuss jedoch nicht mehr ausschließlich ESF-projektbezogen eingesetzt, sondern auf den Bereich DLU ausgeweitet.

In den BA-Sitzungen wurden spezifische Themenbereiche vertieft, insbesondere:

•    Details zu den Beratungen/Kundenkontakten pro Projekt,
•    Statistiken/Zahlenanalysen zu den Beratungen und Gründungen/Übernahmen,
•    Informationen zu bearbeiteten Finanzierungen (Wallonie Entreprendre – WE, …) und Beihilfen (Airbag, Créashop, Investitionsprämien – IP, …),
•    Grenzüberschreitende Aktionen (Austauschtage, Vorträge),
•    Eigene Veranstaltungen (regelmäßige oder punktuelle Webinare, Workshops, Infoabende, Seminare),
•    Netzwerkarbeit/Schulungen/Partnertreffen (WE, Tourismussektor, …),
•    Aktionen in Schulen (ZAWM, Sekundarschulen/ADG),
•    Öffentlichkeitsarbeit/Sensibilisierung (Gründer des Monats, Podcasts, …),
•    Verschiedenes (Umweltgenehmigungen – UG),
•    Projektbudgets,
•    Projektfazite.

Die Statistiken sowie die Protokolle befinden sich im Ordner 3. Statistiken Beratungen_Gründungen und Protokolle BA zu DLU.

4.    EFRE-Projekte sowie weitere Finanzierungen über die WR

Im Rahmen des EFRE-Programms 2014–2020 hat die WFG zwei strukturierende Projekte zur Stärkung des Wirtschaftsgefüges der Deutschsprachigen Gemeinschaft umgesetzt: die Begleitung bei der Gründung traditioneller Unternehmen sowie die proaktive Unterstützung deutschsprachiger KMU in ihrer Entwicklung. Diese Maßnahmen standen im Einklang mit den europäischen Prioritäten zur Förderung von Unternehmertum, Wettbewerbsfähigkeit und regionaler wirtschaftlicher Entwicklung.

Nach Abschluss dieser Programmperiode leitete die WFG ab 2023 eine neue Entwicklungsphase ein. Mit den EFRE-Projekten „START“ (Begleitung von Gründern und Jungunternehmern) und „BOOST“ (Unterstützung bestehender Unternehmen in Entwicklung und Wachstum) wird die bisherige Arbeit fortgeführt und weiterentwickelt. Beide Projekte legen einen besonderen Fokus auf Diagnostik und individuelle Unternehmensbegleitung. Dieser Übergang verdeutlicht die strategische Kontinuität sowie die gezielte Nutzung der in der vorherigen Förderperiode gewonnenen Erfahrungen.

Für alle Projekte wurden im Rahmen der jeweiligen EFRE-Programmperioden (2014–2020 und 2021–2027) Indikatoren definiert. Die Zielerreichung wird durch jährliche Berichte dokumentiert, die im Rahmen konsolidierter Begleitausschüsse mit Verwaltungsstrukturen und dem zuständigen Kabinett der Wallonischen Region vorgestellt werden.

Eine separate Auflistung dieser Berichte erfolgt nicht, da zentrale Kennzahlen wie die Anzahl der Beratungen und Unternehmensgründungen bereits im jährlichen Geschäftsbericht der WFG sowie in verschiedenen Begleitausschüssen (u. a. mit der Regierung und im erweiterten ESF-Begleitausschuss) behandelt werden, jeweils mit Verweis auf die EFRE-Finanzierung.

Im Rahmen der aktuellen EFRE-Programmperiode 2021-2027 wurde die Vorgehensweise bei Beratungen strukturell vereinheitlicht: Vor jeder eigentlichen Beratung ist nun eine umfassende Diagnostik vorgesehen, insofern der Kunde einverstanden ist. Um dennoch weiterhin Beratungen geringeren Umfangs zu ermöglichen – wie es in der vorherigen Förderperiode der Fall war – hat die Wallonische Region zusätzliche Mittel im Rahmen spezifischer Projektaufrufe bereitgestellt. Die WFG beteiligt sich regelmäßig an diesen Aufrufen und erhält Zusatzfinanzierungen für Beratungen, die unter dem Titel „Information & Orientation“ geführt werden, unter Aufsicht von WE.

Gleiches gilt für die Beratungsdienstleistungen der WFG im Rahmen der Unternehmensnachfolge.

Sowohl für die EFRE-Projekte als auch für die zusätzlichen Mittel ist die WFG zur regelmäßigen Berichterstattung verpflichtet. Neben den jährlichen Gesamtberichten müssen inzwischen auch für jede einzelne Beratung detaillierte Berichte erstellt und an WE übermittelt werden. Diese Berichte unterliegen einer inhaltlichen und qualitativen Prüfung und nur bei bestandener Überprüfung wird eine Finanzierung pro Bericht gewährt. Diese Einzelberichte sind nicht angehängt, ihre Anzahl fließt jedoch in die bereits genannten Berichte und Auswertungen ein.

5.    Aktivitäten im Schul- und Ausbildungsbereich, um unternehmerisches Denken frühzeitig zu fördern

Um die Sensibilisierung zum Unternehmertum voranzutreiben, hat die WFG 2018, gemeinsam mit Partnern, das Projekt „Wirtschaft macht Schule“ ins Leben gerufen. Ziel war, Schülerinnen und Schülern frühzeitig praxisnahe Einblicke in wirtschaftliche Zusammenhänge, Unternehmen und Berufswelten zu geben und somit die Sensibilisierung zum Unternehmertum zu fördern. 

Zu Beginn des Projekts lief die Finanzierung über ein Abkommen zwischen der Wallonischen Region, der DG und der WFG. Später hat die WFG im Rahmen von Projektaufrufen Anträge bei Wallonie Entreprendre – WE eingereicht, um die Finanzierung zu gewährleisten. 

Auch in diesem Zusammenhang wurden jährlich Berichte erstellt und die Ergebnisse im Rahmen eines Begleitausschusses mit Vertretern der zuständigen DG-Kabinette, der Wallonischen Region, der Verwaltung des Unterrichtswesens sowie weiterer Partner erörtert.

Die WFG hat das Projekt „Wirtschaft macht Schule“ zum 1. November 2025 an den Studienkreis Schule & Wirtschaft übertragen.

6.    Weitere projektbezogene Berichte

Wie eingangs erwähnt, wird ein beträchtlicher Teil der WFG-Dienstleistungen und -Projekte aus Mitteln finanziert, die über die Wallonie oder europäische Programme bereitgestellt werden.

Die WFG ist demnach stark projektfinanziert und muss in diesem Kontext nicht unerhebliche Berichtspflichten erfüllen. Art und Inhalt dieser Berichte werden von den jeweiligen Behörden und Verwaltungen vorgegeben. Im Rahmen von europäischen Programmen (z. B. INTERREG), LEADER-Projekten oder projektbezogenen Förderungen der Wallonischen Region erstellt die WFG somit diverse zusätzliche Berichte gemäß den jeweiligen Anforderungen.

Bei INTERREG-Projekten handelt es sich beispielsweise um trimestrielle Inhalts- und Fortschrittsberichte, die über die Plattform JEMs eingereicht werden und auch eine finanzielle Berichterstattung enthalten.

Für LEADER-Projekte erfolgt die Berichterstattung über die Online-Plattform Calista. Zusätzlich finden halbjährlich Treffen des COMAC (Comité d’accompagnement) statt, bei denen den zuständigen Verwaltungen sowohl schriftliche als auch mündliche Berichte zu Projektfortschritten und der Erfüllung von Indikatoren vorgelegt werden müssen.

7.    Rein informativ: Zusätzliche Berichterstattung an die Gemeinden: halbjährliche Gemeindeinfobriefe

Darüber hinaus verschickt die WFG halbjährlich ein Infoblatt an alle deutschsprachigen Gemeinden, dass die Dienstleistungen und Angebote der WFG der letzten sechs Monate pro Gemeinde transparent darstellt.

So kann jede deutschsprachige Gemeinde genaustens nachvollziehen, was die WFG im letzten Halbjahr für sie geleistet hat.

→ Die Regierung verfügt somit über ein strukturiertes, mehrstufiges Reporting-System, das qualitative und quantitative Informationen zur Wirtschafts- und Regionalförderung in Ostbelgien bereitstellt.

Diese umfangreichen Berichtspflichten und -anforderungen sind zweifellos sinnvoll und erforderlich, um Transparenz und Rechenschaft sicherzustellen. Gleichwohl darf nicht außer Acht gelassen werden, dass ihre Erfüllung mit einem erheblichen Zeitaufwand sowie dem Einsatz personeller Ressourcen innerhalb der WFG verbunden ist.

 

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