Mündliche Frage Nr. 379 15. April 2026 – Frage von B. KLINKENBERG an Frau Ministerin KLINKENBERG zu Familien- und Seniorenhelfern Wie bewertet die Regierung aktuell die Erfolgsquoten in der Ausbildung von Familien- und Seniorenhelfern? Die nachfolgend veröffentlichte Frage und die Antwort entsprechen den hinterlegten Originalfassungen. Die endgültige Version ist im Bulletin für Interpellationen und Fragen (BIF) veröffentlicht. Frage von Björn KLINKENBERG (SP), vom 15. April 2026: Die Ausbildung von Familien- und Seniorenhelfern ist ein Bereich, der für unsere Gesellschaft unverzichtbar ist – und gleichzeitig viel zu oft unterschätzt wird. Rückmeldungen aus der Praxis – zuletzt auch aus einem Gespräch mit einer Studentin kurz vor ihren Prüfungen – lassen ein klares Bild erkennen: großes persönliches Engagement auf Seiten der Auszubildenden, aber auch strukturelle Herausforderungen, die man nicht einfach ausblenden darf. Das ist umso problematischer, wenn man die Realität betrachtet: Unsere Bevölkerung wird älter, der Bedarf an Unterstützung im Alltag steigt kontinuierlich, und immer mehr Menschen sind darauf angewiesen, möglichst lange in den eigenen vier Wänden betreut zu werden. Genau in diesem Spannungsfeld übernehmen Familien- und Seniorenhelfer eine Schlüsselrolle. Und trotzdem stellt sich die Frage, ob wir diesem Bereich politisch wirklich die Aufmerksamkeit und die Mittel geben, die er verdient. Denn wenn Ausbildungsgänge an Attraktivität verlieren, Rahmenbedingungen nicht Schritt halten oder Kapazitäten begrenzt bleiben, dann riskieren wir mittel- bis langfristig einen Fachkräftemangel – mit direkten Auswirkungen auf die Versorgung unserer älteren Mitbürger. Vor diesem Hintergrund möchte ich der Regierung folgende Frage stellen: 1. Wie bewertet die Regierung aktuell die Erfolgsquoten in der Ausbildung von Familien- und Seniorenhelfern? 2. Ist die Regierung der Ansicht, dass die bestehenden Ausbildungsangebote im Bereich der "Familien- und Seniorenhilfe" ausreichen, um den zukünftigen Bedarf zu decken? 3. Welche konkreten Maßnahmen plant die Regierung, um diese Ausbildung strukturell zu stärken? Antwort von Lydia KLINKENBERG (ProDG), Ministerin für Gesundheit, Soziales, Familie und Wohnungswesen Sehr geehrter Herr Vorsitzender, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, an der KPVDB haben im Jahr 2023-2024 von 12 Teilnehmern 4 Personen die Ausbildung zum Familien- und Seniorenhelfer sowie zum Pflegehelfer erfolgreich abgeschlossen. Die ehemals 18 Monate dauernde Ausbildung zum Familien- und Seniorenhelfer bzw. zum Pflegehelfer findet seit September 2024 getrennt statt und wurde auf jeweils 12 Ausbildungsmonate begrenzt. Im Ausbildungszyklus 2025-2026 haben 5 Personen die Ausbildung zum Familien- und Seniorenhelfer begonnen und auch alle erfolgreich beendet. Die letzte Ausbildung zum Familien- und Seniorenhelfer hat im Dezember 2025 mit 7 Personen begonnen und wird im Dezember 2026 beendet werden. Vertraglich ist vorgesehen, dass die Ausbildung organisiert wird, wenn mindestens 14 Personen teilnehmen. Eine Abweichung hierzu bedarf einer Genehmigung durch die Ministerin. Diese wurde in den letzten Jahren immer erteilt. Zu den Zugangskriterien gehören neben einem Nachweis von Deutsch-Kompetenzen auf dem Niveau B1 ein vom Arbeitsamt der Deutschsprachigen Gemeinschaft durchgeführter Eignungstest und ein Bewerbungsgespräch. Aufgrund dieser Kriterien wurden in 2025 zwei Personen abgelehnt, wovon eine dieses Jahr die Ausbildung starten konnte. In 2026 wurden alle Bewerbungen angenommen. Neben der KPVDB bilden auch die beiden Sekundarschulen RSI und die Maria Goretti Schüler zu Familien- und Seniorenhelfern aus. Im Schuljahr 2024-2025 wurde insgesamt 24 Schülern der Studienrichtung Familienhilfe das Abschlusszeugnis überreicht. Zum Bedarf an Familien- und Seniorenhelfern lässt sich keine einheitliche Aussage beider Dienste der häuslichen Hilfe treffen. Insbesondere muss dabei der Unterschied zwischen den Gegebenheiten im Norden und im Süden der Deutschsprachigen Gemeinschaft berücksichtigt werden. Wo im Norden bei steigendem Bedarf immer noch Familien- und Seniorenhelfer gefunden werden können, erweist sich die Rekrutierung im Süden als problematischer. Umso wichtiger ist es, dass bestehende Angebote zur Unterstützung von Senioren und Personen mit Unterstützungsbedarf, wie die Tagesbetreuung in den Seniorendorfhäusern, genutzt werden. Auch alternative Wohnformen und lokale Initiativen sind in diesem Kontext eine Chance, durch soziale Unterstützung und Nachbarschaftshilfe kleinere Bedarfe aufzufangen. Durch die Schaffung der niedrigschwelligen Ausbildung zum Alltagsbegleiter werden motivierte Personen dazu befähigt, in der Begleitung von Senioren in den WPZS aktiv zu werden. Durch den modularen Aufbau der Ausbildung, der mir persönlich wichtig war, haben die Alltagsbegleiter die Möglichkeit, aufbauend eine Ausbildung als Familien- und Seniorenhelfer zu absolvieren. Erleichtert wird den Alltagsbegleitern dieser Weg durch das Einräumen von Dispensen für die gemeinsamen Unterrichte mit den Familien- und Seniorenhelfern. Ich bin der Überzeugung, dass durch die Anschlussfähigkeit der Ausbildungsgänge die Attraktivität nachhaltig gesteigert wird, in der Pflege und Familien- und Seniorenhilfe zu arbeiten. Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit!
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