Mündliche Frage Nr. 396 12. Mai 2026 – Frage von K. MESSERICH an Herrn Minister FRECHES zur Anerkennung der Barrierefreiheit touristischer Freizeitangebote Sind Audits weiterer touristischer Freizeitangebote in Ostbelgien geplant? Die nachfolgend veröffentlichte Frage und die Antwort entsprechen den hinterlegten Originalfassungen. Die endgültige Version ist im Bulletin für Interpellationen und Fragen (BIF) veröffentlicht. Frage von Karin MESSERICH (ProDG), vom 12. Mai 2026: Barrierefreiheit bei Freizeitangeboten trägt nicht nur für unsere Gäste zu einer besseren Teilhabe bei, sondern die Einwohnerinnen und Einwohner Ostbelgiens schätzen dies ebenso. Das ist nicht selbstverständlich. Viele touristische Einrichtungen wie Touristinfo-Büros oder Museen können das nicht immer garantieren. In den letzten Jahren hat sich diesbezüglich aber so einiges an Umbauarbeiten in der Deutschsprachigen Gemeinschaft getan. Damit Personen mit eingeschränkter Beweglichkeit, ob Hiesige oder Gäste, ihren Aufenthalt besser planen können, ist es wichtig, dass Barrierefreiheit visuell angezeigt wird, bzw. auf Internetseiten bestehender touristischer Angebote bestätigt werden kann. Die wallonische Vereinigung Access-i bewertet, wie barrierefrei touristische Einrichtungen sind. Seit Dezember 2025 wurde dem Tourist-Info-Gebäude in Eupen eine Barrierefreiheits- Bescheinigung ausgestellt und seit Februar 2026 dem Stadtmuseum Eupen: Eine Bestätigung umfangreicher und gelungener Umbauarbeiten zu mehr Teilhabe in unserer Gesellschaft. Die Deutschsprachige Gemeinschaft unterstützt die Bewertung finanziell. 60 Prozent für die Kosten eines Audits übernimmt die Provinz, den Rest die Deutschsprachige Gemeinschaft. Meine Fragen lauten: 1. Sind Audits weiterer touristischer Freizeitangebote in Ostbelgien geplant? 2. Welche Audits touristischer Angebote, aufgeschlüsselt nach Norden/Süden, werden in der Deutschsprachigen Gemeinschaft noch vorgesehen? 3. Führt eine Nichtanerkennung der Barrierefreiheit automatisch zu, von der Deutschsprachigen Gemeinschaft, bezuschussten Baumaßnahmen an der betreffenden Infrastruktur? Antwort von Gregor FRECHES (PFF), Minister für Kultur, Erwachsenenbildung, Tourismus, Denkmal- und Landschaftsschutz Sehr geehrte Frau Vorsitzende, Werte Kolleginnen und Kollegen, die ersten Audits von access-i wurden 2025 in der touristischen Informationsstelle Eupen und im Stadtmuseum Eupen durchgeführt. Im Januar haben weitere Audits im IKOB Eupen sowie im Museum „Vieille Montagne“ in Kelmis stattgefunden. Ein Audit für die touristische Informationsstelle in Bütgenbach ist angefragt. Die Deutschsprachige Gemeinschaft ist bislang proaktiv auf die Einrichtungen zugegangen-gen. Wir freuen uns aber, wenn interessierte Anbieter sich bei uns melden. Wir haben erst einmal keine Obergrenze. Das Ziel muss sein, möglichst viele Freizeiteinrichtungen barrierefreier aufzustellen. Dazu gehören auf jeden Fall alle bezuschussten touristischen Informationsstellen. Nun zur Beantwortung ihrer dritten Frage: Das Ziel der Audits in Zusammenarbeit mit der Provinz und access-i ist nicht – und ich betone - ist nicht die Anerkennung oder Nicht-Anerkennung von Barrierefreiheit. Das Ziel der Audits ist es zunächst, die Zugänglichkeit für unterschiedliche Einschränkungen transparent zu machen und zielgruppengerecht zu kommunizieren. Es geht dabei also weniger um eine Anerkennung als um eine Information – und natürlich die Sensibilisierung des Trägers. Am Ende eines Audits erhalten die Einrichtungen entsprechende Symbole, also „ICONS“, sowie die praktischen Informationen für unterschiedliche Einschränkungen. Diese können in die Kommunikation mitaufgenommen werden. Alle relevanten Informationen werden zudem auf der Webseite von access-i vermittelt – in französischer und deutscher Sprache.
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