Mündliche Frage Nr. 419 09. Juni 2026 – Frage von Frau D. STIEL an Herrn Minister FRECHES zu den Herausforderungen im Tourismus in der DG Bitte schlüsseln Sie die Tourismuszahlen für das Jahr 2024 nach Gemeinden auf. Die nachfolgend veröffentlichte Frage und die Antwort entsprechen den hinterlegten Originalfassungen. Die endgültige Version ist im Bulletin für Interpellationen und Fragen (BIF) veröffentlicht. Frage von Diana STIEL (Vivant), vom 09. Juni 2026: Aus einem kürzlich vom BRF veröffentlichten Artikel geht hervor, dass sich, laut von der DG veröffentlichten Tourismuszahlen für das Jahr 2024, der Tourismussektor in Ostbelgien weiterhin positiv entwickelt. Gleichzeitig werde jedoch deutlich, dass sich die touristischen Aktivitäten zunehmend auf bestimmte Gemeinden und Orte konzentrieren. Besonders Gemeinden mit einem hohen Anteil an Ferienunterkünften sähen sich mit Herausforderungen konfrontiert, die von der Belastung der Infrastruktur über Nutzungskonflikte mit der lokalen Bevölkerung bis hin zu Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt reiche. Zudem wird darauf hingewiesen, dass neben den offiziell registrierten Ferienunterkünften offenbar auch eine nicht unerhebliche Zahl nicht registrierter Angebote existiert. Dies erschwere nicht nur eine realistische Einschätzung der touristischen Entwicklung, sondern führe auch zu Wettbewerbsverzerrungen gegenüber Anbietern, die die geltenden Vorschriften einhalten. Vor diesem Hintergrund bitten wir um die Beantwortung folgender Fragen: 1. Bitte schlüsseln Sie die Tourismuszahlen für das Jahr 2024 nach Gemeinden auf. 2. Welche Maßnahmen werden derzeit ergriffen, um nicht registrierte Ferienunterkünfte zu identifizieren? 3. Welche konkreten Ansätze verfolgt die Regierung im Rahmen ihrer Tourismusstrategie, um Besucherströme stärker außerhalb stark frequentierter Orte wie Bütgenbach zu lenken? Antwort von Gregor FRECHES (PFF), Minister für Kultur, Erwachsenenbildung, Tourismus, Denkmal- und Landschaftsschutz Sehr geehrte Frau Stiel, werte Kolleginnen und Kollegen, gerne gehe ich auf die Tourismuszahlen von 2024 der jeweiligen Gemeinden ein: In der Gemeinde Amel wurden im Jahr 2024 insgesamt 19.561 Ankünfte und 56.509 Übernachtungen verzeichnet. Für Büllingen wurden im selben Zeitraum 24.637 Ankünfte sowie 70.277 Übernachtungen registriert. Die Gemeinde Bütgenbach verzeichnete mit 63.499 Ankünften und 159.341 Übernachtungen die höchsten Werte der Region, bei einem durchschnittlichen Verbleib von 2,47 Tagen. In St. Vith beliefen sich die Zahlen auf 39.194 Ankünfte und 87.605 Übernachtungen. Die Gemeinde Burg-Reuland zählte 29.113 Ankünfte sowie 88.585 Übernachtungen und erreichte mit 3,04 Tagen den längsten durchschnittlichen Aufenthalt in der Eifel. In der Stadt Eupen wurden im Jahr 2024 insgesamt 19.236 Ankünfte und 40.038 Übernachtungen gemeldet, wobei die Gäste durchschnittlich 2,08 Tage vor Ort verbrachten. Für Kelmis wurden 2.538 Ankünfte und 5.011 Übernachtungen registriert. In Lontzen wurden 4.221 Ankünfte sowie 13.213 Übernachtungen gezählt, woraus sich mit 3,13 Tagen die längste durchschnittliche Aufenthaltsdauer ergibt. Die Gemeinde Raeren verzeichnete im Jahr 2024 28.901 Ankünfte und 48.747 Übernachtungen. Das Gesamtergebnis für das Jahr 2024 beläuft sich über alle Gemeinden hinweg auf 230.900 Ankünfte und 569.326 Übernachtungen. Die Verweildauer aller Gäste lag im Durchschnitt bei 2,45 Tagen, im Jahr davor lag der Wert bei 2,4. Zu ihrer zweiten Frage welche Maßnahmen derzeit ergriffen werden, um nicht registrierte Ferienunterkünfte zu identifizieren: Der zuständige Fachbereich im Ministerium überprüft regelmäßig Buchungsportale auf nicht registrierte Angebote und kontaktiert die Anbieter direkt. Illegale Ferienvermietung stellt in der Deutschsprachigen Gemeinschaft daher kein großes Problem dar, führt aber dennoch zu Wettbewerbsverzerrungen. Seit Ende Mai verpflichtet eine EU-Verordnung Plattformen wie Booking.com oder Airbnb, Buchungsdaten automatisiert und anonymisiert mit den Behörden auszutauschen. Über Registrierungsnummern können nicht registrierte oder fehlerhaft registrierte Unterkünfte leichter identifiziert werden. Die Verwaltung der Ferienunterkünfte wurde deshalb digitalisiert, und registrierte Betreiber haben ihre europäische Registrierungsnummer erhalten. Der Datenaustausch wird jedoch voraussichtlich erst Ende des Jahres starten, da der nationale Datenaustauschpunkt noch aufgebaut wird. Die EU hat damit ein wirksames Instrument gegen illegale Ferienvermietung geschaffen. Gemeinsam mit Flandern und der Wallonie wollen wir dieses nutzen, um illegale Unterkünfte entweder zu legalisieren oder wieder dem Wohnungsmarkt zuzuführen. Zu Ihrer dritten Frage: Bütgenbach profitiert von seiner starken touristischen Infrastruktur und investiert gezielt in den Tourismus. Gleichzeitig ist es unser Ziel, dass alle Gemeinden von den Gästen profitieren. Deshalb fördern wir Angebote wie die Vennbahn, die Venntrilogie, die Genusstouren oder die touristischen Routen in der Eifel, die Besucher dazu anregen, ganz Ostbelgien zu entdecken. An Spitzentagen im Hohen Venn oder am Bütgenbacher See sollen künftig digitale Informationssäulen Besucher auf alternative Ziele, Parkplätze und Freizeitangebote hinweisen. Viele Tagesgäste kennen diese Alternativen nicht. So können Besucherströme besser verteilt und Spitzenbelastungen abgefedert werden.
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