Mündliche Frage Nr. 402 13. Mai 2026 – Frage von D. STIEL an Frau Ministerin KLINKENBERG zur Situation der Absolventen im Bereich der Kinderbetreuung Welche konkreten Maßnahmen werden ergriffen, um Angebot und Nachfrage im Bereich der Kinderbetreuung besser aufeinander abzustimmen? Die nachfolgend veröffentlichte Frage und die Antwort entsprechen den hinterlegten Originalfassungen. Die endgültige Version ist im Bulletin für Interpellationen und Fragen (BIF) veröffentlicht. Frage von Diana STIEL (Vivant), vom 13. Mai 2026: Bereits im Januar 2026 thematisierten wir im Rahmen einer mündlichen Frage die mögliche Sättigung des Arbeitsmarktes im Bereich der Kinderbetreuung. Sie widersprachen dieser Darstellung damals mit dem Hinweis auf einen weiterhin hohen Bedarf durch den geplanten Ausbau der Sektoren. Kürzlich empfingen wir zudem im Ausschuss IV Vertreter aus dem Bereich der Kinderbetreuung, die ebenfalls einen kontinuierlichen Bedarf an Neueinstellungen sowie einen Mangel an Fachkräften betonten. Uns liegen jedoch Berichte vor, wonach von den 14 Absolventen der Fachrichtung Kinderbetreuung der KPVDB (Diplomierung im Januar 2026) aktuell 12 keine Anstellung in dieser Fachrichtung gefunden haben. Während einige weiterhin aktiv auf Arbeitssuche sind, haben sich andere mangels Perspektiven bereits beruflich neu orientiert. Angesichts der Tatsache, dass Ende dieses Schuljahres weitere 8 Schüler am RSI diplomiert werden und sich weitere Personen bei der KPVDB in Ausbildung befinden, spitzt sich die Lage für die Berufseinsteiger sichtlich zu. Laut unseren Informationen sind zudem beim Arbeitsamt derzeit mehrere Stellen für Kinderbetreuer in Ostbelgien Nord und Süd ausgeschrieben. Bewerber, die sich darauf gemeldet haben, erhielten jedoch die Information, dass es sich entgegen der Ausschreibung nicht um Stellen in Ostbelgien Nord, sondern ausschließlich in Ostbelgien Süd handelt. Vor diesem Hintergrund ergeben sich folgende Fragen: 1. Welche konkreten Maßnahmen werden ergriffen, um Angebot und Nachfrage im Bereich der Kinderbetreuung besser aufeinander abzustimmen? 2. Wie erklärt die Regierung die strukturelle Diskrepanz zwischen dem postulierten Fachkräftemangel und der Tatsache, dass fast ein gesamter Diplomjahrgang keine Anstellung findet? 3. Inwieweit lassen sich Berichte von Bewerbern verifizieren, nach denen im Norden ausgeschriebene Stellen faktisch nur an Standorten im Süden vakant sein sollen? Antwort von Lydia KLINKENBERG (ProDG), Ministerin für Gesundheit, Soziales, Familie und Wohnungswesen Sehr geehrter Herr Vorsitzender, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, gerne verweise ich die Fragestellerin auf meine Antwort auf die Frage Nummer 307 zum „Bedarf an Kinderbetreuerinnen und Kinderbetreuer in der DG“ und erinnere daran, dass die Regierung das Ziel einer hundertprozentigen Bedarfsdeckung mit einer qualitativ hochwertigen Kleinkindbetreuung und außerschulischen Betreuung verfolgt. Aufgrund der allgemeinen und spezifischen Parameter (hohe grenzüberschreitende Arbeitnehmermobilität, hoher Anteil weiblicher Beschäftigter, hoher Anteil Teilzeitbeschäftigung, allgemein niedrige Ersatzquote, usw.) ist es notwendig, kontinuierlich in die Ausbildung von Kinderbetreuern zu investieren. Die Ausbildung zum Kinderbetreuer bei der KPVDB erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Arbeitsamt der Deutschsprachigen Gemeinschaft. Das Arbeitsamt führt eine sogenannte Verbleibanalyse durch. Von den 14 Abgängern der Ausbildung sind aktuell 6 Personen arbeitslos und 8 Personen gehen einer Beschäftigung nach, zu der dieses Diplom Zugang gibt. Ein ähnliches Verhältnis lässt sich auch aus den Verbleibanalysen vorheriger Diplomierungen für das jeweils erste Halbjahr bestätigen. Dabei sollte auch berücksichtigt werden, dass zwischen dem Ausbildungsende und dem Beschäftigungsstart aus diversen Gründen eine zeitliche Lücke klaffen kann. Aus dem Abschlussjahrgang 2023 waren ein Jahr nach der Ausbildung alle 13 Personen in Arbeit (und waren dies auch im Folgejahr noch), von den 12 Absolventen 2024 waren es 10 bzw. 8 Personen. Das ZKB stellt fest, dass Bewerber oftmals eine gänzlich unterschiedliche Vorstellung des Berufs Kinderbetreuer haben und einige vermehrt eine Anstellung im Unterrichtswesen anstreben, die durch die Anerkennung der Qualifikation und den Zugang zum Amt des Kindergartenassistenten attraktiv ist. Die Bewerber vergleichen dabei (berechtigterweise) die Vor- und Nachteile, wie z.B. die unterschiedlichen Urlaubsregelungen. Oftmals zeigen nicht alle Bewerber eine elementare Bereitschaft zur Mobilität oder verfügen nicht über die Mittel (Führerschein, Fahrzeug), um flexibel an unterschiedlichen Standorten oder in Standorten außerhalb ihres Wohnortes eingesetzt zu werden. Ein weiterer Grund sind die Arbeitszeiten oder das Arbeitsregime: Einige Bewerber suchen entweder ein anderes Arbeitsregime als das angebotene oder sind nicht bereit zu den angebotenen Arbeitszeiten verfügbar zu sein. Zudem kann sich im Laufe der Ausbildung herausstellen, dass der eingeschlagene berufliche Weg nicht der passende ist und demnach eine Anstellung als Kinderbetreuer aus persönlichen Gründen nicht weiterverfolgt wird. Es stehen aktuell zwei Stellenangebote „Kinderbetreuer” des ZKB auf der Webseite des Arbeitsamts: eine mit Einsatzgebiet im Norden Ostbelgiens, eine mit Einsatzgebiet im Süden. Dies ermöglicht es den Nutzern der Website, nach Nord und Süd als Wunscharbeitsort zu filtern und andererseits ermöglicht es dem ZKB, dem wechselnden Bedarf an Personal an seinen über 100 Standorten in der Kleinkindbetreuung und der außerschulischen Betreuung gerecht zu werden, ohne unterschiedliche Stellenanzeigen verfassen und gesonderte Einstellungsverfahren durchzuführen. Es besteht auf dem Arbeitsmarkt demnach nach wie vor eine Nachfrage nach Kinderbetreuern. Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit!
Visit the parliament Visitors are always welcomed at the Parliament of the German-speaking Community! From the identity of the German-speaking Belgians to the workings of the Parliament, you will learn a lot about East Belgium. Learn more
History of the parliament The Parliament of the German-speaking Community has become a key player in regional politics since its inception and plays a decisive role in the development of the autonomy of the German-speaking part of Belgium. Learn more