Mündliche Frage Nr. 399 12. Mai 2026 – Frage von M. HOFFMANN an Herrn Minister FRECHES zur Umfrage der Sportentwicklungsstudie und ihrer Zuverlässigkeit Wer hat die technische Umsetzung der Online-Umfrage übernommen? Die nachfolgend veröffentlichte Frage und die Antwort entsprechen den hinterlegten Originalfassungen. Die endgültige Version ist im Bulletin für Interpellationen und Fragen (BIF) veröffentlicht. Frage von Marco HOFFMANN (Vivant), vom 12. Mai 2026: Auf der Internetseite Ostbelgien Sport wird derzeit die Sportentwicklungsstudie für die Deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens vorgestellt. Ein zentraler Bestandteil ist eine Online-Umfrage, an der Bürger, Vereine und weitere Akteure teilnehmen sollen. Ziel ist es laut Darstellung, ein möglichst genaues Bild der Sportlandschaft, der Nutzung der Infrastrukturen und der Bedürfnisse der Menschen zu erhalten. Dabei fällt jedoch auf, dass die Umfrage technisch mehrfach vom selben Gerät aus ausgefüllt werden kann. Das wirft Zweifel zur Verlässlichkeit der Ergebnisse auf. Wer erreichen will, dass eine bestimmte Sportstätte bevorzugt berücksichtigt wird, könnte selbst mehrfach teilnehmen oder andere damit beauftragen. Wenn eine solche Umfrage später als Grundlage für politische Entscheidungen oder Investitionen dienen soll, müssen die Ergebnisse auch wirklich belastbar sein. Hierzu meine Fragen an die Regierung: 1. Wer hat die technische Umsetzung der Online-Umfrage übernommen? 2. Welche Maßnahmen wurden getroffen, um Mehrfachteilnahmen gezielt zu verhindern? 3. Wie will die Regierung verhindern, dass das Ergebnis durch gezielte Mehrfachteilnahmen verfälscht wird? Antwort von Gregor FRECHES (PFF), Minister für Kultur, Erwachsenenbildung, Tourismus, Denkmal- und Landschaftsschutz Sehr geehrte Frau Vorsitzende, Werter Herr Hoffmann, Werte Kolleginnen und Kollegen, Die technische Umsetzung der Online-Umfrage im Rahmen der Sportentwicklungsstudie für die Deutschsprachige Gemeinschaft erfolgt durch das Institut für Sportstättenentwicklung (ISE) der Europäischen Akademie des Sports in Trier. Wissenschaftlich begleitet wird die Studie unter anderem durch den Arbeitsbereich Sportökonomie und Sportsoziologie der Universität des Saarlandes sowie durch Prof. Dr. Lutz Thieme, Professor für Sportmanagement und Sportökonomie an der Hochschule Koblenz/RheinAhrCampus. Die verwendeten Erhebungsinstrumente und Analysemethoden wurden dort entwickelt und kommen regelmäßig in den Studien des ISE zur Anwendung. Die Sportentwicklungsstudie für Ostbelgien wird zudem in Kooperation mit dem Institut für Sportmanagement und Sportmedizin (ISS) unter der Leitung von Prof. Dr. Lutz Thieme durchgeführt. Vergleichbare Verfahren werden derzeit auch bei der kommunalen Sportentwicklungsplanung im Großherzogtum Luxemburg sowie bei der Sportentwicklungsplanung der Landeshauptstadt Mainz eingesetzt. Im Rahmen der Durchführung der Umfrage werden technische Kontrollmechanismen eingesetzt, darunter auch eine IP-Erkennung. Gleichzeitig wurde bewusst darauf verzichtet, identische IP-Adressen grundsätzlich von einer weiteren Teilnahme auszuschließen. Hintergrund ist, dass andernfalls mehrere Personen desselben Haushalts von der Teilnahme ausgeschlossen werden könnten, insbesondere dort, wo nicht jedes Familienmitglied über ein eigenes Endgerät verfügt. Ziel der Umfrage ist ausdrücklich eine möglichst breite und niederschwellige Beteiligung der Bevölkerung, ohne bestimmte Haushalte oder Personengruppen faktisch von der Teilnahme auszuschließen. Darüber hinaus erfolgt die Auswertung der erhobenen Daten durch die wissenschaftlichen Partner der Studie. Dabei können Auffälligkeiten, Unregelmäßigkeiten oder statistisch ungewöhnliche Antwortmuster erkannt und bei der Analyse entsprechend berücksichtigt beziehungsweise herausgefiltert werden. Die Regierung stützt sich hierbei auf die fachliche Expertise des beauftragten Instituts und auf wissenschaftlich etablierte Verfahren der Datenauswertung. Zudem ist darauf hinzuweisen, dass die Online-Umfrage lediglich einen Baustein der gesamten Sportentwicklungsstudie darstellt. Die Ergebnisse werden nicht isoliert betrachtet, sondern gemeinsam mit weiteren Analysen, infrastrukturellen Daten sowie dem Austausch mit Gemeinden, Vereinen und weiteren Akteuren ausgewertet. Politische Entscheidungen oder mögliche Investitionen erfolgen daher nicht auf Grundlage einzelner Umfrageergebnisse, sondern auf Basis einer Gesamtabwägung unterschiedlicher Informationsquellen und fachlicher Bewertungen.
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