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Fragen und Antworten

Mündliche Frage Nr. 872

2. Dezember 2021 – Frage von A. Jerusalem an Ministerin KLINKENBERG zu SKEI

Inwiefern bietet der jetzige Standort im Internat des ZFP die Möglichkeit, die angesprochenen Begleit- und Therapieangebote für bis zu 12 Kinder zu organisieren?

Die nachfolgend veröffentlichte Frage und die Antwort entsprechen den hinterlegten Originalfassungen. Die endgültige Version ist im Bulletin für Interpellationen und Fragen (BIF) veröffentlicht. 

Frage von Andreas Jerusalem (SP):

Im September erklärten Sie, dass SKEI im Monat November an den Start gehen solle. Und tatsächlich, starten die ersten Schüler offenbar in diesen Tagen. Das ist erfreulich, denn ich kann mir vorstellen, dass das Team von SKEI der Arbeit mit den Kindern entgegen fiebert und in den Startlöchern steht. Es handelt sich schließlich um ein bestens ausgebildetes, multidisziplinäres Team, das für dieses Projekt seit drei Monaten bereitsteht. 
Die Idee von SKEI möchten wir ausdrücklich unterstützen: Es gibt Kinder, die in ihrem schulischen und privaten Umfeld den Halt verloren haben, nicht mehr leistungsfähig sind und auch im Kontakt mit den Lehrkräften und Mitschülern nicht zurechtkommen. SKEI bietet diesen verhaltenskreativen Kindern die Möglichkeit aus dieser Abwärtsspirale auszubrechen. 
Nur wenige Kinder erreichen diesen Punkt der völligen Ausweglosigkeit, für sie selbst aber auch für ihre Schule. Diesen Kindern eine Alternative ohne Leistungsdruck zu bieten, ist toll! Auf diese Weise kann SKEI ein echtes Aushängeschild für unsere Gemeinschaft werden. Dafür sollte aber natürlich möglichst jeder Akteur des Grundschulwesens über diese Möglichkeit im Bilde sein. 
In der Herangehensweise an die Arbeit mit den Kindern werden schulische, pädagogische und therapeutische Möglichkeiten zusammengeführt und entsprechend der Bedürfnisse der Kinder eingesetzt. Es wird auf sozio-emotionaler und persönlicher Ebene bindungsorientiert gearbeitet und die betreuten Kinder sollen sich dort vor allem auf sich selbst und ihre Bedarfe konzentrieren können. Das eigene Gleichgewicht soll wieder gefunden werden. 
Dafür ist natürlich ein breites Begleit- und Therapieangebot notwendig. 

Daher unsere Fragen, werte Frau Ministerin: 
-­ Inwiefern bietet der jetzige Standort im Internat des ZFP die Möglichkeit, die angesprochenen Begleit- und Therapieangebote für bis zu 12 Kinder zu organisieren?
­- Wie sehen die langfristigen räumlichen Planungen für SKEI aus? 
­- Wie sieht die Kommunikation, bzw. Bekanntmachung in den Bildungssektor aus?

Antwort von Lydia Klinkenberg (ProDG), Ministerin für Unterricht, Ausbildung, Kinderbetreuung und Erwachsenenbildung:

Sehr geehrte Frau Vorsitzende,
werte Kolleginnen und Kollegen,

Aufgrund der Flutkatastrophe musste eine Übergangslösung für die Unterbringung von SKEI gefunden werden. Da das Internat des ZFP nicht zu 100% ausgelastet ist, konnten dort kurzfristig Räume zur Verfügung gestellt und so umgebaut werden, dass die Einrichtung doch noch in diesem Schuljahr an den Start gehen konnte. An diesem Standort können nun zwei Klassenräume, ein Personalraum, ein Therapieraum, Sanitärräume und eine kleine didaktische Küche genutzt werden. Das Angebot der Psychomotorik wird im nahen Umfeld durch die stundenweise Anmietung von ausgestatten Psychomotorik-Räumen ermöglicht. Die aktuellen Räumlichkeiten des Internats lassen es nicht zu, zwölf Kinder gleichzeitig vor Ort zu betreuen. Folglich wird bei Bedarf auf Außenaktivitäten, zeitversetzte Angebote, aufsuchende Angebote im häuslichen Umfeld zurückgegriffen werden müssen.

Was die langfristige Unterbringung von SKEI betrifft, so bewertet die Deutschsprachige Gemeinschaft diverse strategische Liegenschaften, die für SKEI in Frage kommen könnten. Die Interimslösung im Internat des ZFP erlaubt es uns, gemeinsam mit dem Kompetenzzentrum die Bedürfnisse für die Einrichtung noch besser zu definieren. Durch das wirkliche Leben und Erleben in diesen Räumlichkeiten wird sich zeigen, was mittel- und langfristig für die Kinder gebraucht wird und wir werden entsprechend die Unterbringung der Einrichtung organisieren.

Von unserer Seite wurden bereits zahlreiche Akteure des Grundschulwesens aber auch der Begleit- und Therapiezentren über SKEI informiert. Es folgen noch weitere Kommunikationsmaßnahmen. Am 13. Dezember 2021 wird die verantwortliche Leiterin der SKEI-Einrichtung das Projekt anlässlich der Arbeitssitzung des Beirats des Zentrums für Förderpädagogik vorstellen. Durch die breite Besetzung des Beirates werden bereits zahlreiche wichtige Akteure erreicht. Dazu gehören Vertreter von Einrichtungen wie das Zentrum für die gesunde Entwicklung von Kindern und Jugendlichen (Kaleido Ostbelgien), der Dienststelle für selbstbestimmtes Leben (DSL), der Autonomen Hochschule Ostbelgien (AHS), der Jugendhilfe, des Arbeitsamts, des Beratungszentrums (BTZ) aber auch Vertreter des Gemeinschaftsunterrichtswesens, des freien subventionierten Unterrichtswesens und des offiziellen subventionierten Unterrichtswesens. 
Alle Schulleiter werden im Rahmen einer der nächsten Schulleiterversammlungen über die neuesten Entwicklungen informiert. 
Ferner werden Informationen zum Projekt auf dem Bildungsserver veröffentlicht werden, um Lehrer und weitere Akteure des Grundschulwesens auf dem Laufenden zu halten. 

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.

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