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Fragen und Antworten

Mündliche Frage Nr. 868

2. Dezember 2021 – Frage von C. Kraft an Ministerin KLINKENBERG zu den Gefahren von Energydrinks für Jugendliche und Kinder

Welche Maßnahmen gibt es in den Schulen der DG, um über die Gefahren von Energydrinks aufzuklären?

Die nachfolgend veröffentlichte Frage und die Antwort entsprechen den hinterlegten Originalfassungen. Die endgültige Version ist im Bulletin für Interpellationen und Fragen (BIF) veröffentlicht. 

Frage von Colin Kraft (CSP):

Aus einem GrenzEcho-Artikel vom 12. Oktober 2021 ist zu entnehmen, dass Studien zufolge Energydrinks hierzulande gerade bei den 11 bis 19-Jährigen besonders beliebt sind. Demnach konsumiere jeder siebte Teenager sogar täglich mindestens einen Energydrink. Dabei handelt es sich jedoch keinesfalls um harmlose Erfirschungsgetränke, denn sie enthalten viel Zucker, Koffein, Taurin und etliche künstliche Zusatzstoffe. Der häufige und massive Konsum kann zu Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen und Herzrhythmusstörungen führen und bei Jugendlichen und Kindern sogar neurologische Störungen wie Epilepsie verursachen. Gefährlich ist auch, dass Jugendliche Energydrinks gerne mit Alkohol mischen. 
Aus diesem Grund hat die CD&V einen Gesetzesvorschlag eingereicht, um den Verkauf von Energydrinks an Jugendliche unter 16 Jahren zu verbieten. Damit soll das Bewusstsein für die Gefahren geschärft und junge Menschen davor geschützt werden. 
Ebenfalls die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt vor eventuellen Gesundheitsgefahren und plädiert für ein Verkaufsverbot der Getränke an Kinder und Jugendliche, ebenso wie die Verbraucherschützer von Foodwatch. 

Vor diesem Hintergrund möchte ich folgende Fragen stellen:
-­ Welche Maßnahmen gibt es in den Schulen der DG, um über die Gefahren von Energydrinks aufzuklären?

Antwort von Lydia Klinkenberg (ProDG), Ministerin für Unterricht, Ausbildung, Kinderbetreuung und Erwachsenenbildung:

Sehr geehrte Frau Vorsitzende,
sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

die Förderung einer gesunden Ernährung bei Schülern während ihrer Schulzeit ist auch für mich ein sehr wichtiges Thema. Dies geht nicht nur einher mit einer frühen Sensibilisierung für diese Thematik, sondern auch mit einer gelebten nachhaltigen Ess- und Trinkkultur. 

Bei der Leitbildentwicklung des Dienstes mit getrennter Geschäftsführung „Service und Logistik“ wurde dieser Herausforderung Rechnung getragen. Das 11 Punkte umfassende Leitbild soll eine nachhaltige Ernährung bei Schülern fördern, die zum körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefinden beiträgt. Im Fokus stehen beispielsweise Bewusstseinsbildung, vorrangige Nutzung von lokalen und regionalen Produkten bei der Mahlzeitvorbereitung sowie die Förderung einer regionalen Ess- und Trinkkultur mit interkulturellen Angeboten. Dieses Leitbild findet nicht nur Widerhall in den von DgMensa belieferten Schulrestaurants oder Kiosks, sondern auch bei den pädagogischen Aktivitäten. Dass Energydrinks im schulischen Angebot nichts zu suchen haben, ist selbstredend. 

Unabhängig davon ist die gesunde Ernährung fester Bestandteil der Rahmenpläne. Insbesondere im Rahmenplan Naturwissenschaften/Technik für die Primarschule und die 1. Stufe der Sekundarschule sowie im Rahmenplan Naturwissenschaften für die 2. und 3. Stufe des allgemeinbildenden und technischen Übergangsunterrichts in der Regelsekundarschule ist die Vermittlung von Wissen und Kompetenzen mit Bezug zur gesunden Ernährung verankert. In diesen Stufen setzen sich die Schüler intensiv mit der Thematik auseinander.

Diese beiden Rahmenpläne sehen ein breites Spektrum an Kompetenzen vor, die ein Schüler sich im Laufe seiner Schulzeit im Bereich der gesunden Ernährung aneignen kann. Dies reicht vom Geben guter Beispiele für die Gesundhaltung des Körpers über das Begründen der Notwendigkeit einer gesunden Ernährung und Erklärung der Auswirkungen einer ungesunden Ernährung – wie das Trinken von Energydrinks – bis zur Erläuterung von Gesundheitsstörungen. 
Aber auch in den Rahmenplänen Sport, Geschichte und Geografie wird die Ernährung angesprochen. 

Die VoG Arbeitsgemeinschaft für Suchtvorbeugung und Lebensbewältigung (ASL) hat ein kleineres Präventionsmodul zu Energydrinks ausgearbeitet. Auf Anfrage von Schulen kann das vorerwähnte Modul in ein größeres Präventionsprojekt eingebunden und an Schulen durchgeführt werden. 

Ich möchte abschließend an dieser Stelle die zahlreichen unterschiedlichen Projekte im Bereich der gesunden Ernährung erwähnen, die für Schüler – insbesondere in der Grundschule – angeboten werden und die Basis für eine spätere gesunde Ernährung ohne Energydrinks legen. 

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.

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