Veranstaltung Finissage der Ausstellungen „Kinderrechte“ und „Menschenpflichten“ im Parlament der Deutschsprachigen Gemeinschaft Am internationalen Tag der Menschenrechte, dem 12. Dezember 2025, fand im Parlament der Deutschsprachigen Gemeinschaft die Finissage der Ausstellungen „Kinderrechte“ und „Menschenpflichten“ des Aachener Künstlers Detlef Kellermann statt. Nach mehreren Wochen intensiver Auseinandersetzung bildete die Abschlussveranstaltung einen würdigen Rahmen, um die zentralen Botschaften der Ausstellung noch einmal gemeinsam zu reflektieren. In ihrer Ansprache unterstrich Parlamentspräsidentin Patricia Creutz-Vilvoye, dass das Parlament sich als offenes Haus der Bürgerinnen und Bürger versteht – als Ort der Begegnung, des Dialogs und des Zuhörens. Demokratie entstehe nicht allein durch Wahlen, sondern durch aktive Teilhabe, Austausch und gelebte Verantwortung. Die Ausstellung habe genau dies ermöglicht, indem sie Kunst und Haltung miteinander verband und grundlegende Werte sichtbar machte. Gerade am Tag der Menschenrechte sei es wichtig, daran zu erinnern, dass Rechte nicht selbstverständlich sind, sondern immer wieder erklärt, geschützt und gelebt werden müssen. Im Anschluss richtete Marie-Hélène Düsseldorf, Präsidentin der Rotkreuzsektion St. Vith/Burg-Reuland, das Wort an die Anwesenden. Sie hob hervor, dass die ausgestellten Werke weit mehr seien als ästhetische Eindrücke: Sie wirkten als Spiegel, stellten Fragen und forderten zum Hinschauen auf. Menschenrechte, so betonte sie, könnten nicht im luftleeren Raum bestehen – sie bräuchten Menschenpflichten, Mitgefühl und die Bereitschaft, Verantwortung gemeinsam zu tragen. In einer Zeit wachsender Spannungen erinnere die Ausstellung daran, dass Frieden mit Menschlichkeit, mit einem Blick, einem Gespräch und solidarischem Handeln beginne. Einen vertiefenden inhaltlichen Impuls setzte anschließend Prof. Dr. phil. Guido Meyer mit seinem Vortrag zum Thema „Ethischer Universalismus und Menschenrechtsethos“. Er machte deutlich, dass Menschenrechte nicht aus abstrakten Theorien entstanden seien, sondern aus konkreten Erfahrungen von Leid, Ungerechtigkeit und moralischer Empörung. Universalistische Werte beruhten auf der Anerkennung der Würde jedes Menschen und müssten immer wieder neu gelernt, reflektiert und verteidigt werden - insbesondere in einer Zeit vielfältiger gesellschaftlicher und globaler Herausforderungen. Die Finissage machte noch einmal deutlich, welche Kraft Kunst entfalten kann, wenn sie gesellschaftliche Fragen aufgreift und zum Nachdenken anregt.
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