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IPR

74. Plenarsitzung des Interregionalen Parlamentarierrats: Zusammenarbeit zur Stärkung demokratischer Werte und grenzüberschreitender Mobilität

Unter der aktuellen Präsidentschaft der belgischen Partner - den Parlamenten der Deutschsprachigen Gemeinschaft, der Wallonischen Region und der Französischen Gemeinschaft – trafen sich die Parlamente der Großregion am 21. November 2025 zur Plenarsitzung des Interregionalen Parlamentarierrats (IPR) am Sitz des Parlaments der Französischen Gemeinschaft in Brüssel. Neben der Vorstellung und Diskussion der Arbeiten in den einzelnen Fachkommissionen des IPR setzte man auch inhaltliche Schwerpunkte.

74. Plenarsitzung des Interregionalen Parlamentarierrats: Zusammenarbeit zur Stärkung demokratischer Werte und grenzüberschreitender Mobilität

Den einleitenden Worten des Präsidenten des Parlaments der Französischen Gemeinschaft, Benoit Dispa, folgte eine Vorstellung von ECHO’GR. In diesem großregionalen Interreg-Projekt wird insbesondere für junge Menschen die europäische Geschichte anhand der Ereignisse in der Großregion erfahrbar. Ziel ist es, im aktuellen Kontext eines unter Druck stehenden Europas demokratische Werte zu bekräftigen und die junge Generation zu ermutigen, aktiv zur Erhaltung von Frieden und Wohlstand beizutragen. Ostbelgien ist mit dem Zentrum für Ostbelgische Geschichte (ZOG) an diesem Projekt beteiligt. In der anschließenden Diskussion regten die Abgeordneten unterstrichen die Wichtigkeit solcher Initiativen für die Zukunft eines demokratischen Europas und regten u. a. an, das Projekt mit dem Memorator der Großregion zu vernetzen.

Prof. Pierre Duysinx, Vizerektor der Universität Lüttich, informierte die Abgeordneten über die von den Universitäten in der Großregion getragene UniGR - Universität der Großregion. In seinem Vortrag unterstrich er, wie wichtig ein grenzüberschreitender Ansatz in der Ausbildung sei – und dabei zähle nicht nur die Kenntnis der Landessprache auf der anderen Seite der Grenze, sondern auch die konkrete Erfahrung im Rahmen von (Kurz-)Aufenthalten und Austauschen, wie in den jeweils anderen Ländern der Großregion gearbeitet werde. Es bleibe für eine grenzüberschreitende Bildung weiterhin viel zu tun. So könne man den Studierenden der UniGR zwar ein EurIdentitiy-Zertifikat ausstellen, es gebe aber - noch - kein einheitliches Diplom.  

Zum Abbau grenzüberschreitender Hürden für Unternehmen und Gründungsinteressierte verabschiedeten die Abgeordneten eine an den Gipfel der Großregion und die einzelnen Exekutiven der Partnerregionen gerichtete Empfehlung zur Schaffung eines einheitlichen Zugangs zu den verschiedenen Unternehmensschaltern in der Großregion. Der IPR schlägt darin vor, eine auf KI-Technologien basierende Vermittlungs- und Dialogschnittstelle zu entwickeln, über die Ratsuchende mittels eines Chat-Systems auf die verschiedenen Unternehmensschalter der Großregion zugreifen können. So sollen sie in ihrer Sprache Informationen auf ihre Fragen zu Rechtsvorschriften, Verwaltungswegen, Diplomvoraussetzungen usw. erhalten. Ein erwünschter Nebeneffekt beim Aufbau einer solchen Schnittstelle wäre eine kontinuierliche Vernetzung der einzelnen regionalen Unternehmensschalter.

Die Präsidentin des Parlaments der Deutschsprachigen Gemeinschaft und aktuelle Co-Vorsitzende des IPR kündigte in diesem Zusammenhang ein Kolloquium zur grenzüberschreitenden Mobilität von Arbeitskräften am 27. März 2026 im Triangel in St. Vith an. Bei dieser Veranstaltung wolle man sich einen Überblick über die Problemlage verschaffen und im Austausch mit Betroffenen konkrete Hemmnisse und Lösungsmöglichkeiten in der Großregion anschauen. Dabei sollen auch Verbindungen zu Herausforderungen und guten Beispielen in anderen grenzüberschreitenden Verbünden wie der Euregio Maas-Rhein, dem Oberrhein-Rat und der Benelux-Union gezogen werden. 
Die Abgeordneten bedauerten im Übrigen, dass außer aus dem Saarland und der Deutschsprachigen Gemeinschaft noch keine Rückmeldungen seitens der Regierungen zu den Empfehlungen der letzten IPR-Plenarsitzung im Juni eingegangen seien. Für die Stellungnahme der Regierung der Deutschsprachigen Gemeinschaft: siehe Download.

Die Sitzung schloss mit der Verabschiedung von Fernand Etgen, langjähriges Mitglied der Luxemburger IPR-Delegation, dem mit anhaltendem Applaus für seine Verdienste um die grenzüberschreitende Zusammenarbeit gedankt wurde.

 

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