Fragen und Antworten

Mündliche Frage Nr. 492

03. November 2026 – Frage von Herr G. LÖFGEN an Herrn Minister FRECHES zur Weiterentwicklung des Medienzentrums als Zentrum für Medienkompetenz

Inwiefern wird die Weiterentwicklung des Medienzentrums zu einem Zentrum für Medienkompetenz bei der Planung des neuen Standorts berücksichtigt?

Die nachfolgend veröffentlichte Frage und die Antwort entsprechen den hinterlegten Originalfassungen. Die endgültige Version ist im Bulletin für Interpellationen und Fragen (BIF) veröffentlicht.


Frage von Gerhard LÖFGEN (PFF), vom 03. November 2026:

Die Vorstellung der Tätigkeiten und Zukunftsperspektiven des Medienzentrums im Ausschuss II hat gezeigt, wie vielfältig dessen Beitrag zur Vermittlung von Medien- und Digitalkompetenz bereits heute ist. Angebote zu künstlicher Intelligenz, Datenschutz und Internetsicherheit sowie die 239 Beratungen der Medienwerkstatt im Jahr 2025 verdeutlichen dies.

Mit dem geplanten Umzug in die Schulstraße eröffnet sich die Chance, diese Arbeit gezielt weiterzuentwickeln. In der Präsentation im Ausschuss wurden sowohl die Planung neuer Dienstleistungen als auch die Rolle der Bibliotheken als „dritte Orte“ angesprochen. 

Für uns als PFF liegt darin eine wichtige Zukunftsperspektive. Das neue Medienzentrum sollte ein Ort sein, an dem Menschen aller Altersgruppen befähigt werden, sich selbstständig, kritisch und sicher in einer zunehmend digitalen Welt zu bewegen. Gut erreichbare Räumlichkeiten mit einladender Aufenthaltsqualität können die Voraussetzungen schaffen, um Menschen aller Altersklassen anzusprechen, auch jene, die bisher wenig Zugang zu solchen Angeboten haben. Dafür müssen räumliche Gestaltung, technische Ausstattung und pädagogisches Konzept gemeinsam gedacht werden. 

Vor diesem Hintergrund möchte ich Ihnen folgende Fragen stellen:

1.    Inwiefern wird die Weiterentwicklung des Medienzentrums zu einem Zentrum für Medienkompetenz bei der Planung des neuen Standorts berücksichtigt? 
2.    Welche konkreten Ziele und neuen Dienstleistungen sind damit verbunden?
3.    Welche räumliche und technische Ausstattung ist vorgesehen, um das Medienzentrum sowohl als offenen Begegnungsort als auch als Ort des Lernens und praktischen Ausprobierens zu gestalten?


Antwort von Gregor FRECHES (PFF), Minister für Kultur, Erwachsenenbildung, Tourismus, Denkmal- und Landschaftsschutz:

Sehr geehrter Herr Löfgen, werte Kolleginnen und Kollegen, die Weiterentwicklung des Medienzentrums zu einem umfassenden Zentrum für Medien- und Digitalkompetenz ist ein zentraler Bestandteil der Planung des neuen Standorts in der Schulstraße. Mit dem Umzug im Jahr 2027 verbinden wir nicht nur einen Standortwechsel, sondern eine inhaltliche Weiterentwicklung.

Ziel ist es, einen Ort zu schaffen, der Bildung, Medienkompetenz, Begegnung und Bürgernähe miteinander verbindet. Dabei beginnt Medienkompetenz nicht erst bei Künstlicher Intelligenz oder sozialen Netzwerken. Sie beginnt beim Lesen. Deshalb bleibt die Leseförderung eine zentrale Aufgabe des Medienzentrums. Zugleich werden Themen wie digitale Sicherheit, Datenschutz, kritische Mediennutzung und künstliche Intelligenz stärker in den Fokus rücken.

Das Medienzentrum soll Menschen aller Altersgruppen dabei unterstützen, sich in einer zunehmend digitalen Welt sicher und selbstständig zu bewegen. Davon profitieren nicht nur die Bürgerinnen und Bürger selbst. Wer digitale Kompetenzen besitzt, kann auch neue digitale Verwaltungsangebote einfacher nutzen und aktiv am gesellschaftlichen Leben teilnehmen.

Zur zweiten Frage: Mit dem neuen Medienzentrum verfolgen wir vier zentrale Ziele: Erstens: den niederschwelligen Zugang zu Medien, Wissen und Technik für alle Bevölkerungsgruppen.

Zweitens: die Förderung von Medien- und Digitalkompetenz durch praxisnahe Angebote, die Menschen befähigen, digitale Entwicklungen zu verstehen und selbstständig zu nutzen. Drittens: die Schaffung eines echten „Dritten Ortes“, also eines öffentlichen, nicht kommerziellen Raums, in dem Menschen sich begegnen, austauschen und aufhalten können, ohne etwas konsumieren zu müssen. Und viertens: einen bürgernahen Empfangs- und Beratungsdienst, der Orientierung bei digitalen Verwaltungsdiensten bietet und Menschen bei konkreten Anliegen unterstützt. Damit wird das Medienzentrum weit mehr sein als eine Bibliothek. Es wird zu einem offenen und vernetzten Ort der gesellschaftlichen, digitalen und kulturellen Teilhabe.

Zu Ihrer dritten Frage:  Die räumliche Gestaltung orientiert sich konsequent an diesen Zielen. Vorgesehen sind Bereiche für Familien und Kinder, eigene Räume für Jugendliche, ruhige Lern- und Arbeitszonen für Erwachsene sowie flexibel nutzbare Veranstaltungsräume.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Medienwerkstatt. Dort können Besucherinnen und Besucher neue Technologien nicht nur kennenlernen, sondern auch selbst ausprobieren. Geplant sind unter anderem Computerarbeitsplätze, Tablets, 3D-Drucker, Robotik-Angebote sowie Technik für Foto-, Audio- und Videoproduktion. Ergänzt wird dies durch flächendeckendes WLAN, moderne Präsentations- und Konferenztechnik, öffentliche Computerarbeitsplätze sowie digitale Bibliotheksdienste mit Selbstverbuchung und erweiterten Zugangszeiten.

Für den neuen Bürgerempfang sind zudem Beratungsplätze und separate Gesprächsräume vorgesehen. Dort erhalten Bürgerinnen und Bürger Unterstützung bei digitalen Anwendungen, etwa bei der Nutzung des Bürgerportals oder digitaler Verwaltungsdienste. Dabei geht es nicht nur um Hilfe im Einzelfall, sondern immer auch darum, die Nutzerinnen und Nutzer zu befähigen, solche Anwendungen künftig möglichst selbstständig zu nutzen.

Das neue Medienzentrum soll damit ein Ort werden, an dem Lernen, Begegnung, Beratung und digitale Teilhabe selbstverständlich zusammengehören und von dem Bürgerinnen und Bürger in ganz Ostbelgien profitieren.

 

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