Mündliche Frage Nr. 490 03. November 2026 – Frage von Herr B. KLINKENBERG an Herrn Minister FRECHES zum Schwimmunterricht in der DG Wie bewertet die Regierung die verfügbaren Schwimmbadkapazitäten in der DG? Die nachfolgend veröffentlichte Frage und die Antwort entsprechen den hinterlegten Originalfassungen. Die endgültige Version ist im Bulletin für Interpellationen und Fragen (BIF) veröffentlicht. Frage von Björn KLINKENBERG (SP), vom 03. November 2026: Im März 2025 haben Sie gemeinsam mit dem Bildungsminister angekündigt, die Schwimmkompetenz von Kindern in der Deutschsprachigen Gemeinschaft zu stärken. Vorgesehen waren gestufte Schwimmpässe und ein jährlicher Schwimmtest im vierten Schuljahr. Ziel ist, dass möglichst alle Kinder die Schule als sichere Schwimmer verlassen. Zugleich wurde eingeräumt, dass die Schließung der Bäder in Eupen und Kelmis das Schwimmtraining im Norden beeinträchtigt und einen großen Rückstau erzeugt hat. Inzwischen sind beide Bäder wieder geöffnet, das Wetzlarbad in Eupen seit Anfang 2025 und das Galmeibad in Kelmis seit September 2025. Ich erkläre vorab, dass ich im Zusammenhang mit der AGR Galmei, die das Galmeibad verantwortet, eine Funktion habe. Meine Fragen beziehen sich deshalb auf die DG insgesamt. Als Sportminister sind Sie für die Sportinfrastruktur, die Sportförderung und das Vereinsleben zuständig. Schwimmen ist dabei eine Sportart, aber auch eine Grundlage für Sicherheit und Gesundheit. Mich interessiert, ob die Wiedereröffnung der beiden Bäder die Lage für Vereine und Öffentlichkeit tatsächlich verbessert hat. Bislang ist öffentlich wenig darüber bekannt, wie sich Wasserzeiten, Auslastung und Angebot im Norden der DG entwickelt haben, und ob es genügend Schwimmlehrer und Rettungsschwimmer gibt, die oft ehrenamtlich oder nebenberuflich tätig sind. Daher stelle ich Ihnen folgende Fragen: 1. Wie bewertet die Regierung die verfügbaren Schwimmbadkapazitäten in der DG? 2. Welche Maßnahmen plant die Regierung im Rahmen ihrer Sportzuständigkeit, um NutzerInnen zu erreichen, die in den vergangenen Jahren zu wenig Schwimmkurse besuchen konnten? 3. Wie bewertet die Regierung die Zukunft der Hallenbäder in der DG? Antwort von Gregor FRECHES (PFF), Minister für Kultur, Erwachsenenbildung, Tourismus, Denkmal- und Landschaftsschutz: Sehr geehrter Herr Klinkenberg, liebe Kolleginnen und Kollegen, Schwimmen ist nicht nur irgendeine Sportart von vielen. Es fördert die Gesundheit, macht Freude und ist vor allem eine wichtige Fähigkeit für die eigene Sicherheit. Deshalb möchten wir, dass möglichst viele Kinder und Erwachsene die Gelegenheit haben, sicher schwimmen zu lernen. Was die verfügbaren Kapazitäten betrifft, ist die Deutschsprachige Gemeinschaft mit vier Schwimmbädern für rund 80.000 Einwohner grundsätzlich gut ausgestattet. Dass die Bäder in Eupen und Kelmis wieder geöffnet sind, hat die Voraussetzungen für Schulen, Vereine und die Bevölkerung im Norden deutlich verbessert. Die Zahl der Bäder allein sagt allerdings noch nicht aus, welche Schwimmzeiten tatsächlich verfügbar sind. Schulen benötigen Zeiten für ihren Unterricht, Vereine für ihr Training und ihre Kurse. Gleichzeitig müssen die Bäder der Öffentlichkeit zugänglich sein. Wie diese unterschiedlichen Bedürfnisse miteinander vereinbart werden können, hängt von den Öffnungszeiten und der Belegung des jeweiligen Bades ab. Die Wiedereröffnungen schaffen also wieder mehr Möglichkeiten zum Schwimmen. Damit allein ist der Rückstand der vergangenen Jahre aber noch nicht aufgeholt. Entscheidend ist deshalb, wie wir diejenigen erreichen, die in dieser Zeit nicht oder nur unzureichend schwimmen lernen konnten. Die Pandemie, die Überschwemmungen von 2021 und die späteren baulichen Probleme in Kelmis haben den Schwimmbetrieb erheblich beeinträchtigt. Gerade für Kinder sind dadurch wichtige Lerngelegenheiten ausgefallen. Das lässt sich nicht innerhalb weniger Monate nachholen. Inzwischen werden in den Bädern wieder Schwimmkurse angeboten. Auch der schulische Schwimmunterricht findet wieder statt. Er ist besonders wichtig, weil wir über die Schule auch Kinder erreichen, die keinen zusätzlichen Schwimmkurs besuchen. Die vorgesehenen gestuften Schwimmpässe im Unterrichtssektor sollen dabei helfen, die Kinder entsprechend ihren Fähigkeiten Schritt für Schritt zu sicheren Schwimmern zu machen. Ergänzend möchten wir die Schwimmvereine dabei unterstützen, ihre Schwimmschulen gemeinsam mit den Bädern wieder aufzubauen beziehungsweise weiterzuentwickeln. Uns geht es darum, regelmäßige Angebote zu ermöglichen, die langfristig zur Verbesserung der Schwimmkompetenz beitragen. Seit Ende August beschäftigen wir uns intern mit ersten Ansätzen. Auch im Austausch mit dem LOS haben wir das Thema bereits angesprochen. Gemeinsam mit dem Leitverband und den Schwimmvereinen wollen wir nun klären, welche Unterstützung konkret gebraucht wird und wie wir den Aufbau solcher Angebote begleiten können. Dabei müssen wir auch die personelle Seite berücksichtigen. Zusätzliche Kurse brauchen neben den Wasserzeiten ausreichend qualifizierte Personen, die den Unterricht und die Sicherheit gewährleisten. Auch die Eltern spielen eine wichtige Rolle. Sie können ihre Kinder zu einem Kurs anmelden und ihnen Gelegenheit geben, das Gelernte regelmäßig zu üben. Denn Sicherheit im Wasser entwickelt sich durch Übung und Erfahrung. Damit solche Angebote dauerhaft bestehen können, brauchen Schulen, Vereine und Familien verlässlich verfügbare Schwimmbäder. Das führt zur Frage, wie wir den Betrieb unserer Hallenbäder langfristig sichern können. Die Bäder leisten einen wichtigen Dienst für die Bevölkerung. Gleichzeitig ist ihr Betrieb mit hohen Kosten verbunden. Insbesondere die Energiekosten stellen die Betreiber vor große Herausforderungen. Die Deutschsprachige Gemeinschaft hat ihren Zuschuss bereits verdoppelt, um sie zu unterstützen - dies sollte ihnen bestens bekannt sein – werter Herr Kollege. Auch bei renovierten Bädern bleibt ein laufender Finanzierungsbedarf bestehen. Wir können ihren Wert deshalb nicht allein daran messen, ob sie kostendeckend arbeiten. Sie werden für den Schwimmunterricht, den Vereinssport und die Bewegung der Bevölkerung gebraucht. Wie sich die Kosten und die Auslastung in den kommenden Jahren entwickeln werden, lässt sich heute nicht genau vorhersagen. Umso wichtiger ist der regelmäßige Austausch mit den Gemeinden und den Badbetreibern. Auch im Rahmen der Bürgermeisterkonferenz wollen wir diese Fragen besprechen. Wir werden die Entwicklung eng verfolgen und bleiben für Fragen und Anregungen der Badbetreiber offen. Unser gemeinsames Interesse ist, dass die Bäder langfristig gut funktionieren und der Bevölkerung zur Verfügung stehen.
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