Fragen und Antworten

Mündliche Frage Nr. 484

08. Oktober 2026 – Frage von Herr C. SERVATY an Herrn Minister FRANSSEN zur angeblichen mangelnden Ausstattung der Lehrlinge des ZAWM mit Laptops

Stimmt es, dass den Lehrlingen in der DG in diesem Jahr keine Laptops kostenlos zur Verfügung gestellt werden sollen?

Die nachfolgend veröffentlichte Frage und die Antwort entsprechen den hinterlegten Originalfassungen. Die endgültige Version ist im Bulletin für Interpellationen und Fragen (BIF) veröffentlicht.


Frage von Charles SERVATY (SP), vom 08. Oktober 2026:

Parallel zum Beginn des neuen Schuljahres starten auch zahlreiche hiesige Lehrlinge in das erste Ausbildungsjahr in ihrem handwerklichen Betrieb bzw. an einem der Standorte des Zentrums für Aus- und Weiterbildung des Mittelstandes. 

Dabei ist für die meisten Auszubildenden der Laptop im Klassenraum ihrer Berufsschule inzwischen so wichtig wie ihr Werkzeug in der Werkstatt oder auf der Baustelle.

In unseren Sekundarschulen kam es jüngst bekanntlich in etlichen Fällen zu bedauerlichen Verspätungen bei der Ausstattung der Schülerinnen und Schüler mit Laptops. In Ihrer Antwort auf eine diesbezügliche Frage des Kollegen A. Jerusalem im Rahmen der letzten Plenarsitzung mussten Sie diesen Sachverhalt einräumen und führten die Verzögerungen auf eine enorme Anfrage und die damit verbundenen Engpässe auf dem Weltmarkt zurück.

Nun erreicht uns jedoch eine weitere besorgniserregende Information in einem ähnlichen Zusammenhang. Dem Vernehmen nach scheint es so zu sein, dass das ZAWM in diesem Jahr für seine Lehrlinge keine Laptops des Ministeriums erhält. Dies, obwohl alle Lehrlinge im Juni 2026 schriftlich informiert wurden: "...Laptops können über das Ministerium kostenfrei bestellt werden".

Auch dieser Sachverhalt bedarf der dringenden Klärung. In der Hoffnung natürlich, dass es sich dabei nur um einen weiteren vorübergehenden Fehlstart handelt und keine anderen Gründe vorliegen. Ansonsten wäre es sehr schade um die Priorität der "Berufsausbildung als Plan A".

Hierzu lauten meine Fragen:

1.    Stimmt es, dass den Lehrlingen in der DG in diesem Jahr keine Laptops kostenlos zur Verfügung gestellt werden sollen?
2.    Wie viele Lehrlinge in der DG verfügen im gerade begonnenen Ausbildungsjahr noch nicht über einen solchen Laptop?
3.    Ab wann sollen alle Lehrlinge in der DG über einen solchen Laptop verfügen?


Antwort von Jérôme FRANSSEN (CSP), Minister für Unterricht, Ausbildung und Beschäftigung:

Sehr geehrte Frau Vorsitzende,
Sehr geehrter Herr Servaty,
Werte Kolleginnen und Kollegen,

nein, es stimmt nicht, dass den Lehrlingen in der DG in diesem Jahre keine Laptops kostenlos zur Verfügung gestellt werden sollen. Die Laptops werden und sollen weiterhin Lehrlingen zur Verfügung gestellt werden. 

Lehrlinge, die aus dem ostbelgischen Unterrichtswesen in die berufliche Ausbildung wechseln, nutzen zu Beginn ihrer Ausbildung in der Regel das Gerät, das ihnen bereits im Regelschulwesen zur Verfügung stand. Wer über kein geeignetes Gerät verfügt, erhält weiterhin einen Laptop über das Ministerium.

Richtig ist, dass das ZAWM am 24.9. noch 45 Geräte bestellt hat. Das Ministerium befindet sich hierzu in engem Austausch mit dem ZAWM und dem Lieferanten. Die noch ausstehenden Geräte werden unmittelbar nach ihrer Lieferung bereitgestellt, sodass die vollständige Ausstattung der Lehrlinge gewährleistet werden kann. 

Der Markt für Computer und Laptops steht derzeit unter erheblichem Druck. Weltweit übersteigt die Nachfrage nach Laptops und anderen digitalen Endgeräten das verfügbare Angebot in zahlreichen Produktsegmenten. Gleichzeitig stoßen die Hersteller bei wichtigen Komponenten wie Speicherchips, Prozessoren und weiteren elektronischen Bauteilen durch den KI-Boom an ihre Kapazitätsgrenzen. Verschärft wird die Situation dadurch, dass Unternehmen, Behörden und Einrichtungen ihre Gerätebestände in großem Umfang modernisieren und damit zusätzliche Nachfrage auf einen ohnehin angespannten Markt bringen.

Da moderne Laptops aus einer Vielzahl von Komponenten bestehen, die weltweit produziert und über komplexe internationale Lieferketten transportiert werden, verzögern bereits Engpässe bei einzelnen Zulieferern den gesamten Produktionsprozess. Geopolitische Konflikte belasten die globalen Lieferketten zusätzlich und verschärfen die Situation weiter.

Die Folgen sind in diesem Sinne nachvollziehbar: längere Lieferfristen, geringere Verfügbarkeit bestimmter Modelle und eine insgesamt deutlich angespanntere Marktsituation als in den vergangenen Jahren. Vor diesem Hintergrund sind kurzfristige Beschaffungen vor allen Dingen im Jahr 2026 zunehmend schwieriger geworden und die Einhaltung ursprünglich geplanter Liefertermine kann von den Herstellern oftmals nicht mehr uneingeschränkt garantiert werden.

Auch der Vertragspartner, an den die Deutschsprachige Gemeinschaft gebunden ist, die Firma Signpost, ist von diesen internationalen Marktbedingungen betroffen. Einzelne Modelle können gar nicht mehr geliefert werden und müssen dementsprechend sogar umgebucht werden. 

Die bestellten Geräte werden deshalb schrittweise ausgeliefert und bei ihrem Eintreffen beim Ministerium umgehend an die Einrichtungen weitergegeben.

 

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