Fragen und Antworten

Mündliche Frage Nr. 479

07. Oktober 2026 – Frage von Herr L. FAYMONVILLE an Frau Ministerin KLINKENBERG zur Radonprävention in Ostbelgien

Welche Erkenntnisse liegen der Regierung über die Radonbelastung in der Deutschsprachigen Gemeinschaft vor?

Die nachfolgend veröffentlichte Frage und die Antwort entsprechen den hinterlegten Originalfassungen. Die endgültige Version ist im Bulletin für Interpellationen und Fragen (BIF) veröffentlicht.


Frage von Lothar FAYMONVILLE (SP), vom 07. Oktober 2026:

Mit dem Start der diesjährigen Radon-Aktion wird erneut auf ein Gesundheitsrisiko aufmerksam gemacht, das in der öffentlichen Wahrnehmung oft unterschätzt wird. Radon ist ein natürlich vorkommendes radioaktives Gas, das weder sichtbar noch riechbar ist und insbesondere in geschlossenen Räumen gesundheitliche Risiken mit sich bringen kann. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation gilt Radon als zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs nach dem Rauchen. Aufgrund der geologischen Beschaffenheit des Untergrunds gehören die Provinzen Lüttich - hier ganz besonders die belgische Eifel - und Luxemburg zu den Regionen Belgiens, in denen erhöhte Radonwerte häufiger auftreten. Damit sind auch zahlreiche Gemeinden der Deutschsprachigen Gemeinschaft potenziell betroffen. Dennoch lassen viele Haushalte ihre Wohnräume nicht auf eine mögliche Radonbelastung überprüfen, obwohl erhöhte Konzentrationen durch geeignete Maßnahmen oftmals wirksam reduziert werden können.

Daher möchte ich der Ministerin folgende Fragen stellen:

1.    Welche Erkenntnisse liegen der Regierung über die Radonbelastung in der Deutschsprachigen Gemeinschaft vor?
2.    Beabsichtigt die Regierung, das Bewusstsein der Bevölkerung durch Maßnahmen wie etwa zusätzliche Messungen zu verbessern?  
3.    Welche Maßnahmen plant die Regierung, um die erhöhten Radonwerte in den Gemeinden zu senken? 


Antwort von Lydia KLINKENBERG (ProDG), Ministerin für Gesundheit, Soziales, Familie und Wohnungswesen:

Sehr geehrter Herr Vorsitzender, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, Radon ist ein radioaktives Gas, das aus dem - in Boden und Gestein vorkommendem - Uran entsteht. In Belgien befindet es sich je nach geologischen Gegebenheiten in unterschiedlicher Konzentration im Erdboden. Radon wird im Freien schnell verdünnt. Hingegen kann es sich an einem geschlossenen Ort wie einer Wohnung oder am Arbeitsplatz in erheblichem Maße anreichern. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn die Räumlichkeiten schlecht belüftet sind. Wichtig ist, dass in geschlossen Räumen keine erhöhten Radonwerte entstehen bzw. falls diese gemessen werden, dass entsprechende bauliche Maßnahmen umgesetzt werden. Dazu gehört zum Beispiel das Abdichten einer Bodenplatte, so dass kein Radon mehr ins Haus eindringen kann oder das Einrichten einer Belüftung. 

Im Rahmen ihrer Zuständigkeiten bezuschusst die Regierung der Deutschsprachigen Gemeinschaft Baumaßnahmen, wie zum Beispiel das Gießen einer beständigen Bodenplatte oder Lüftungen. 

Zur Radonbelastung in der Deutschsprachigen Gemeinschaft liegen der Regierung die Informationen der Föderalen Agentur für Nuklearkontrolle FANK vor. Die FANK hat die Aufgabe, die Bevölkerung sowie die Umwelt vor den Risiken ionisierender Strahlungen zu schützen, hierzu zählt auch Radon. Die FANK stellt auf Ihrer Webseite alle relevanten Informationen zur Verfügung. Es wird u.a. erklärt, was Radon ist, welche Gesundheitsrisiken damit verbunden sein können, welche Risikogebiete es in Belgien gibt, wie hoch der durchschnittliche Radonwert in den Gemeinden ist, wie man die Radonkonzentration im eigenen Haus messen kann etc. 

Die Regierung der Deutschsprachigen Gemeinschaft informiert über Radon auf Ostbelgienlive mit einem Dauerartikel sowie im Rahmen der Kampagne der FANK mit einem Sonderartikel. Zusätzlich sensibilisiert die Regierung für das Angebot der FANK in Kooperation mit den Diensten für die Analyse von Innenräumen der Provinz Lüttich, den Radon-Wert im eigenen Haus zu testen. Diese Kampagne läuft vom 1. Oktober bis zum Jahresende. Während dieser Zeit können Haushalte einen Radondetektor bestellen, welcher über mehrere Monate die Konzentration des Gases aufzeichnet. Ziel dieser Initiative ist es, die Bevölkerung darin zu bestärken, die Radonkonzentration in ihrer Wohnung zu messen, um so eventuelle Abhilfemaßnahmen ergreifen zu können. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

 

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