Fragen und Antworten

Mündliche Frage Nr. 465

10. September 2026 – Frage von Herr C. SERVATY an Herrn Minister FRANSSEN zu den aktuellen Fortschritten beim Aufbau eines Fördersekundarschulstandorts Süd

Konnte mit Beginn des Schuljahres 2026-2027 das sogenannte kleine, erste Angebot umgesetzt werden?

Die nachfolgend veröffentlichte Frage und die Antwort entsprechen den hinterlegten Originalfassungen. Die endgültige Version ist im Bulletin für Interpellationen und Fragen (BIF) veröffentlicht.


Frage von Charles SERVATY (SP), vom 10. September 2026:

Am 11. Juni 2026 befragte ich Sie zur Umsetzung Ihres Vorhabens, im Süden der DG einen Fördersekundarschulstandort einzurichten. Diesbezüglich hatten Sie in der Plenarsitzung vom 10. Dezember 2025 die Absicht geäußert, Schüler mit erhöhtem Förderbedarf in eine Regelsekundarschule zu integrieren. Demnach war es u.a. angedacht, im September 2026 an einer Sekundarschule im Süden Ostbelgiens eine gemischte Klasse und unter Umständen eine sogenannte Regenbogenklasse zu eröffnen.

In Ihrer damaligen Antwort mussten Sie einräumen, dass es mit Beginn des Schuljahres 2026-2027 wohl nicht zur Eröffnung einer gemischten Klasse bzw. einer Regenbogenklasse kommen würde.

Wohl aber stellten Sie in Aussicht, dass es im September 2026 zum Start eines kleinen, ersten Angebotes kommen könnte; zumindest schlossen Sie dies damals nicht aus. Zudem sei der September 2027 als Zeitpunkt für erste größere Angebote in diesem Zusammenhang realistischer.

Dazu lauten meine Fragen:

1.    Konnte mit Beginn des Schuljahres 2026-2027 das sogenannte kleine, erste Angebot umgesetzt werden?
2.    Wie gestalten sich aktuell die Planungen zur Umsetzung weiterer Initiativen in diesem Bereich?
3.    Mit welchen weiteren Umsetzungen ist diesbezüglich in absehbarer Zeit zu rechnen?


Antwort von Jérôme FRANSSEN (CSP), Minister für Unterricht, Ausbildung und Beschäftigung:

Sehr geehrte Frau Vorsitzende,
Sehr geehrter Herr Servaty,
Werte Kolleginnen und Kollegen,

seit meiner Antwort im Juni wurden die Vorbereitungen für ein wohnortnäheres Fördersekundarschulangebot im Süden der Deutschsprachigen Gemeinschaft dezidiert fortgesetzt. Dabei konnten sowohl räumlich als auch in der Zusammenarbeit zwischen Förder- und Regelschulwesen weitere Ergebnisse erzielt werden.

Über die Sommermonate wurden am Standort St. Vith zusätzliche Räumlichkeiten hergerichtet, die zunächst zur Entlastung des Primarschulbereichs genutzt werden. Ich möchte mich an dieser Stelle auch nochmal besonders bei dem ZAWM für seine Flexibilität bedanken. Gleichzeitig wird daran gearbeitet, wie die räumlichen Möglichkeiten am Standort im Zusammenspiel mit der angrenzenden Sekundarschule bestmöglich für die weitere Entwicklung genutzt werden können. Im Fokus steht dabei insbesondere die Möglichkeit, zusätzliche Therapie- und Förderräume zu schaffen und gemeinsam zu nutzen. Damit können zugleich unterstützende Strukturen für die weitere Zusammenarbeit im Sekundarbereich geschaffen werden.

Parallel dazu wurde die Zusammenarbeit zwischen dem Zentrum für Förderpädagogik und der VoG “Bischöfliche Schulen in der Deutschsprachigen Gemeinschaft” (BSDG) weiter konkretisiert. Gemeinsam arbeiten sie aktuell an Angeboten.

Unser Ziel ist, Fördersekundarschülerinnen und Fördersekundarschülern wohnortnähere Angebote zu ermöglichen und diese möglichst eng an bestehende Regelsekundarschulen anzubinden. Unser Ziel ist es, dass ab dem nächsten Schuljahr Schülerinnen und Schüler erste entsprechende Angebote im Süden wahrnehmen können.

Bei Jugendlichen mit hohem und komplexem Unterstützungsbedarf sind die Anforderungen besonders hoch. Sie benötigen eine intensive und kontinuierliche pädagogische, pflegerische und therapeutische Begleitung, die entsprechend spezialisierte Strukturen voraussetzt. Die Vorbereitungen des Starts sind daher – auch wenn ich es mir schneller gewünscht hätte - mit sehr großer Sorgfalt vorzunehmen. Es braucht also noch etwas Zeit. Unser Anspruch ist es, für die unterschiedlichen Förderbedarfe verlässliche und qualitativ hochwertige Angebote sicherzustellen.

 

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