Mündliche Frage Nr. 448 08. September 2026 – Frage von Herr M. HOFFMANN an Herrn Minister FRECHES zum Umgang mit der Brandgefahr im Hohen Venn Welche Kenntnis hatte Ihr Ministerium vor dem Brand über die erhöhte Brandgefahr im Hohen Venn? Die nachfolgend veröffentlichte Frage und die Antwort entsprechen den hinterlegten Originalfassungen. Die endgültige Version ist im Bulletin für Interpellationen und Fragen (BIF) veröffentlicht. Frage von Marco HOFFMANN (Vivant), vom 08. September 2026: Der Brand im Hohen Venn hat erhebliche Schäden verursacht. Dem Brand war eine außergewöhnlich lange Trockenperiode vorausgegangen. Die damit verbundene hohe Brandgefahr in diesem besonders empfindlichen Naturgebiet war somit absehbar. Umso mehr fällt auf, dass trotz dieser Situation offenbar keine roten Warnflaggen ausgehängt waren. Auch eine vorsorgliche Sperrung des Gebietes erfolgte nicht. Zuständig hierfür ist die Forstverwaltung der Wallonischen Region. Diese Fragen stellen sich unabhängig von der tatsächlichen Brandursache. Entscheidend ist aus unserer Sicht, ob angesichts der außergewöhnlich langen Trockenheit alle notwendigen Maßnahmen getroffen wurden, um das Brandrisiko möglichst gering zu halten. Nach dem Brand äußerte sich Minister Freches vor allem besorgt über die wirtschaftlichen Folgen für den Tourismus. Besonders deutlich warnte er vor Stornierungen. Seine Aussagen zeigen aus meiner Sicht, wie kritisch er Einschränkungen oder Schließungen des Venns gegenübersteht, sobald diese Auswirkungen auf den Tourismus haben könnten. Gerade deshalb stellt sich die berechtigte Frage, welche Haltung der Tourismusminister bereits vor dem Brand zu möglichen Einschränkungen im Hohen Venn vertreten hat. Da Sie sich mehrfach öffentlich zu den Geschehnissen geäußert haben, hierzu meine Fragen: 1. Welche Kenntnis hatte Ihr Ministerium vor dem Brand über die erhöhte Brandgefahr im Hohen Venn? 2. Welche Haltung vertrat Ihr Ministerium angesichts der Brandgefahr zu möglichen Einschränkungen für Touristen? 3. Welche Konsequenzen ziehen Sie als Tourismusminister für künftige Perioden mit hoher Brandgefahr? Antwort von Gregor FRECHES (PFF), Minister für Kultur, Erwachsenenbildung, Tourismus, Denkmal- und Landschaftsschutz: Werter Herr Hoffmann, zunächst möchte ich daran erinnern, dass die Bewertung der Brandgefahr sowie die Entscheidung über Sperrungen und andere Schutzmaßnahmen im Hohen Venn in die Zuständigkeit der Forstverwaltung der Wallonischen Region fallen. Die Deutschsprachige Gemeinschaft ist in diese operativen Entscheidungen nicht eingebunden. Zu Ihrer ersten Frage: Dem Ministerium lagen vor dem Brand keine über die öffentlich verfügbaren Informationen hinausgehenden Erkenntnisse über die Brandgefahr im Hohen Venn vor. Wie allen Bürgern waren uns die anhaltende Trockenheit und die entsprechenden Warnhinweise bekannt. Zu Ihrer zweiten Frage: Die Sicherheit von Menschen sowie der Schutz der Natur haben selbstverständlich Vorrang. Gleichzeitig ist das Hohe Venn eines der bedeutendsten Naturgebiete und Aushängeschilder unserer Region. Aus touristischer Sicht besteht deshalb immer das Interesse, Schutzmaßnahmen und Besucherlenkung so zu gestalten, dass sowohl den Sicherheitsanforderungen als auch den Bedürfnissen der Bevölkerung und der Gäste Rechnung getragen wird. Die Entscheidung über etwaige Einschränkungen oder Sperrungen liegt jedoch nicht in der Zuständigkeit der Deutschsprachigen Gemeinschaft, sondern bei den hierfür verantwortlichen Behörden. Meine Äußerungen nach dem Brand zielten daher nicht darauf ab, Schutzmaßnahmen infrage zu stellen. Sie sollten vielmehr auf die erheblichen Auswirkungen aufmerksam machen, die das Ereignis für zahlreiche touristische Betriebe und Beschäftigte in unserer Region hat. Zu Ihrer dritten Frage: Die Ereignisse zeigen einmal mehr, wie wichtig ein nachhaltiges Besuchermanagement und eine gute Sensibilisierung der Gäste für die Besonderheiten und die Empfindlichkeit des Hohen Venns sind. Im Rahmen unserer Zuständigkeiten werden wir daher weiterhin Maßnahmen unterstützen, die zu einer besseren Besucherlenkung beitragen und das Bewusstsein für den Schutz dieses einzigartigen Naturraums stärken. Darüber hinaus ist eine enge Zusammenarbeit zwischen der Wallonischen Region, den Gemeinden, den touristischen Akteuren und allen weiteren beteiligten Partnern wichtig, um auf zukünftige Herausforderungen bestmöglich vorbereitet zu sein. Aktuell ist vor allem entscheidend, dass die bestehenden Sperrzonen respektiert werden. Gleichzeitig informieren wir Gäste über die zahlreichen Alternativen und Ausflugsmöglichkeiten, die Ostbelgien weiterhin bietet. Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.
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