Fragen und Antworten

Mündliche Frage Nr. 443

08. September 2026 – Frage von Frau K. ELSEN an Herrn Minister FRECHES zu 50 Jahre RDJ

Wie sollte sich die Rolle des RDJ als Sprachrohr der ostbelgischen Jugend aus Sicht der Regierung idealerweise weiterentwickeln?

Die nachfolgend veröffentlichte Frage und die Antwort entsprechen den hinterlegten Originalfassungen. Die endgültige Version ist im Bulletin für Interpellationen und Fragen (BIF) veröffentlicht.


Frage von Kathy ELSEN (ProDG), vom 08. September 2026:

Der Rat der deutschsprachigen Jugend feierte am vergangenen Wochenende sein 50-jähriges Bestehen. Seit fünf Jahrzehnten vertritt der RDJ die Interessen junger Menschen in Ostbelgien und fungiert als Bindeglied zwischen Jugend und Politik.

Dabei ist der RDJ weit mehr als ein beratendes Gremium. Er organisiert konkrete Projekte, bildet ehrenamtliche Jugendleiter aus, bringt junge Menschen mit Politik in Kontakt und vertritt die Stimme der ostbelgischen Jugend in verschiedenen Gremien. 

Wir können mit Recht festhalten, dass die Deutschsprachige Gemeinschaft über eine starke und vielfältige Jugendlandschaft verfügt. Dennoch muss es uns beschäftigen, wie wir die Stimme junger Menschen auch in Zukunft in politische Entscheidungen einbeziehen. Gerade mit Blick auf den bevorstehenden Jugendbericht und die Ausarbeitung des nächsten Jugendstrategieplans stellt sich die Frage, wie der RDJ und junge Menschen insgesamt in diesen Prozess eingebunden werden und wie aus Beteiligung auch tatsächlich politische Wirkung entsteht.

Diesbezüglich lauten meine Fragen an Sie Herr Minister

1.    Wie sollte sich die Rolle des RDJ als Sprachrohr der ostbelgischen Jugend aus Sicht der Regierung idealerweise weiterentwickeln?
2.    In welchen Phasen wird der RDJ im Prozess des Jugendberichts als Grundlage des nächsten Jugendstrategieplans einbezogen?


Antwort von Gregor FRECHES (PFF), Minister für Kultur, Erwachsenenbildung, Tourismus, Denkmal- und Landschaftsschutz:

Werte Kollegin Elsen, ich danke Ihnen für ihre Frage! Der RDJ hat sich in den vergangenen 50 Jahren stark weiterentwickelt. Aus pur ehrenamtlichem Engagement von Jugendlichen ist inzwischen eine Organisation mit 2 Vollzeitstellen geworden. Parallel dazu haben sich die Aufgaben und die Rolle des RDJ weiterentwickelt. Heute koordiniert er Arbeitsgruppen und Projekte, unterstützt Jugendorganisationen, organisiert Grundausbildungen für Jugendleiterinnen und Jugendleiter und übernimmt eine wichtige beratende Funktion gegenüber Regierung und Parlament. Er bringt die Perspektiven junger Menschen aktiv in den politischen Diskurs ein. Ich wünsche mir daher, dass der RDJ, wie Artikel 47 des Jugenddekrets es vorsieht, noch stärker eigene Stellungnahmen zu Themen erarbeitet, die für junge Menschen relevant sind, auch jenseits klassischer Jugendthemen. Das betrifft sämtliche Zuständigkeitsbereiche der DG. Ebenso halte ich es für wichtig, dass der RDJ Jugendliche noch gezielter anspricht und im Süden der DG präsenter wird.

Zu ihrer zweiten Frage: Der Jugendrat ist ein wichtiger Partner bei der Erstellung des Jugendberichts und des Jugendstrategieplans. Dekretal ist vorgesehen, dass der Jugendrat, ebenso wie anderen geförderten Jugendeinrichtungen, in die Ausarbeitung und Umsetzung des Jugendberichts als auch in die Festlegung der Themenschwerpunkte des Jugendstrategieplans und in dessen Auswertung einbezogen werden. Damit ist die Beteiligung junger Menschen an politischen Entscheidungen auf DG-Ebene dekretal ausdrücklich verankert. Die Ausarbeitung beider Instrumente wird von der Steuergruppe begleitet. Sie besteht aus Vertretern des Jugendrats, des Jugendbüros, der Jugendinfo, den Kabinetten sowie Experten aus Jugendhilfe und Statistik. 

Der RDJ wirkt somit beim gesamten Prozess mit - von der Festlegung der Erwartungen, des Themas und der methodischen Grundlagen über die Diskussion der Zwischenergebnisse und Handlungsvorschläge bis hin zur Beratung über die finalen Empfehlungen und deren Umsetzung. Auch bei früheren Jugendberichten und Jugendstrategieplänen wurde der RDJ umfassend beteiligt. So wirkte er beispielsweise an der Erstellung der Umfragen im Rahmen des zweiten Jugendberichts sowie an der Organisation eines Workshops zur Erarbeitung des Aktionsplans des Jugendstrategieplans mit. Zusätzlich wurde der RDJ 2021 nochmals direkt um ein Gutachten zur Festlegung der Themenschwerpunkte des aktuellen Jugendstrategieplans gebeten. Auf seinen Wunsch wurde der Themenschwerpunkt „Emotionen und Selbstbild“ in den Jugendstrategieplan aufgenommen. Auch leistet der RDJ zur Umsetzung einen konkreten Beitrag, z.B. mit der TEAM-Kampagne. Der Jugendrat wird somit nicht punktuell konsultiert, sondern kontinuierlich eingebunden. 

 

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