Mündliche Frage Nr. 439, 440 & 441 08. September 2026 – Frage von Herr L. TELLER, Herr B. KLINKENBERG & Frau K. MESSERICH an Herrn Minister FRECHES zu den Auswirkungen des Vennbrands auf den Tourismus in Ostbelgien und den Aufgaben der Tourismusagentur Ostbelgien während und nach der Brandkatastrophe im Hohen Venn Wie bewertet die Regierung die aktuelle Situation des Tourismussektors infolge des Vennbrands? Die nachfolgend veröffentlichte Frage und die Antwort entsprechen den hinterlegten Originalfassungen. Die endgültige Version ist im Bulletin für Interpellationen und Fragen (BIF) veröffentlicht. Frage von Lukas TELLER (CSP), vom 08. September 2026: Der Brand im Hohen Venn hat in den vergangenen Wochen nicht nur erhebliche Schäden an einem der bedeutendsten Naturgebiete unserer Region verursacht, sondern wirkt sich zunehmend auch auf den Tourismus und die damit verbundenen Wirtschaftszweige aus. Das Hohe Venn gehört zu den touristischen Aushängeschildern Ostbelgiens und zieht jedes Jahr zahlreiche Tagesgäste und Urlauber an. Infolge des Brandes mussten Teile des Gebietes gesperrt werden. Gleichzeitig haben die Bilder der Brände und die Berichterstattung über die Situation offenbar dazu geführt, dass auch Gebiete und touristische Angebote gemieden werden, die vom Brand nicht unmittelbar betroffen und weiterhin zugänglich sind. Nach Angaben der Tourismusagentur Ostbelgien kam es insbesondere in den ersten Tagen nach Ausbruch des Brandes zu zahlreichen Stornierungen. Hotels, Campingplätze, Gastronomiebetriebe und andere touristische Anbieter berichten teilweise von erheblichen Umsatz- und Buchungsrückgängen. Gleichzeitig besteht die Gefahr, dass sich bei potenziellen Gästen längerfristig der Eindruck festsetzt, das Hohe Venn beziehungsweise Ostbelgien insgesamt sei derzeit nur eingeschränkt als Reiseziel geeignet. Die Tourismusagentur Ostbelgien hat bereits erste Maßnahmen ergriffen. Neben einer angepassten Kommunikation sollen unter anderem alternative Wanderstrecken stärker beworben werden. Dabei wird darauf hingewiesen, dass große Teile des touristischen Angebots der Region weiterhin uneingeschränkt zugänglich sind. Angesichts der Bedeutung des Tourismus für zahlreiche Betriebe in Ostbelgien stellt sich jedoch die Frage, welche weiteren Maßnahmen seitens der Regierung vorgesehen sind, um die kurzfristigen wirtschaftlichen Auswirkungen abzufedern und mittel- und langfristig das Vertrauen der Gäste in die Destination Ostbelgien wieder zu stärken. Dazu meine Fragen an die Regierung: 1. Wie bewertet die Regierung die aktuelle Situation des Tourismussektors infolge des Vennbrands? 2. Welche konkreten Maßnahmen werden seitens der Regierung und in Zusammenarbeit mit der Tourismusagentur Ostbelgien ergriffen, um den negativen Auswirkungen des Vennbrands auf den Tourismus entgegenzuwirken? 3. Welche Strategie verfolgt die Regierung, um das touristische Image des Hohen Venns und Ostbelgiens nach dem Brand wieder zu stärken? Frage von Björn KLINKENBERG (SP), vom 08. September 2026: Der Brand im Hohen Venn hat nicht nur erhebliche Schäden im betroffenen Naturgebiet verursacht und einen umfangreichen Einsatz der Rettungs- und Sicherheitsdienste erforderlich gemacht. Er hat zugleich zahlreiche touristische Betriebe in der Region vor große organisatorische und wirtschaftliche Herausforderungen gestellt. So mussten am Wochenende des Brandes insgesamt 54 Beherbergungsbetriebe evakuiert werden. Weitere Betriebe waren durch Straßensperrungen, Zugangsbeschränkungen oder die allgemeine Unsicherheit unmittelbar oder mittelbar in ihrer Tätigkeit beeinträchtigt. Die Auswirkungen blieben dabei offenbar nicht auf die direkt vom Brand betroffenen Gebiete beschränkt. Auch Beherbergungs- und Tourismusbetriebe in sicheren und weiterhin zugänglichen Teilen Ostbelgiens meldeten Stornierungen und einen Rückgang der Nachfrage. Nach Medienberichten waren entsprechende Auswirkungen sogar in Regionen festzustellen, die weit vom eigentlichen Brandgebiet entfernt liegen. Damit besteht die Gefahr, dass aus einem räumlich begrenzten Ereignis ein erheblicher wirtschaftlicher Schaden für die gesamte touristische Destination Ostbelgien entsteht. Gemeinsam mit der wallonischen Tourismusministerin kündigten Sie deshalb eine Bestandsaufnahme, abgestimmte Informationen durch VISITWallonia und die Tourismusagentur Ostbelgien sowie Beratungsangebote für die betroffenen Betriebe an. Sie erklärten in diesem Zusammenhang, man werde nicht zulassen, dass der Brand eine ganze Tourismussaison mit sich reiße. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, welche konkreten Ergebnisse und Maßnahmen den bisherigen Ankündigungen inzwischen gefolgt sind. Vor diesem Hintergrund lauten meine Fragen an Sie, Herr Minister: 1. Welche Ergebnisse liegen inzwischen aus der angekündigten Bestandsaufnahme vor? 2. Welche konkreten Unterstützungsmaßnahmen hat die Regierung der Deutschsprachigen Gemeinschaft vorgesehen? 3. Welche längerfristigen Maßnahmen plant die Regierung, um mögliche negative Auswirkungen auf die gesamte Tourismussaison in Ostbelgien zu begrenzen? Frage von Karin MESSERICH (ProDG), vom 08. September 2026: Die verheerende Brandkatastrophe im Hohen Venn hat auch uns Ostbelgiern vor Augen geführt, wie verwundbar unsere Naturschätze sind. Wie Aves-Sprecher Gerhard Reuter in einem Grenz-Echo-Pressebericht zurecht behauptete, besitzt das Hohe Venn nicht nur ökologisch, sondern auch lokalgeschichtlich, kulturell und touristisch eine herausragende Bedeutung. Damit Besucherinnen und Besucher diese einzigartige Landschaft bestaunen können, hat die Tourismusagentur Ostbelgien in den vergangenen Jahren zahlreiche Modelle entworfen, um einerseits diese wertvolle Landschaft des Hohen Venns zu schützen und andrerseits genau diese dem Besucher zugänglich zu machen. Für die Besucher, die während der Brandkatstrophe hier in Ostbelgien ihren Urlaub verbrachten und für künftige Besucher, ist ein Informationsfluss, wo Einsatzkräfte keinesfalls gehindert werden dürfen oder wann welche Gebiete, bzw. Wander- oder Radwege wieder geöffnet haben, unabdinglich. Dessen sind wir uns bewusst: Aufgrund dieses einzigartigen Naturreservats gibt es zahlreiche Unternehmen, die ihre wirtschaftliche Existenz, sei es durch Hotel-Restaurants, Ferienunterkünfte usw. aufgebaut und in den letzten Jahren, insbesondere während der Corona-Krise, weiterentwickelt haben. Somit betrifft dieses schlimme Ereignis auch zahlreiche Arbeitsplätze. Vor diesem Hintergrund stellen sich folgende Fragen: 1. Welche Aufgabe konnte die Tourismusagentur Ostbelgien in den beiden letzten Wochen insbesondere für Horeca- und Gastbetriebe übernehmen? 2. Wie konnte die Tourismusagentur die Venn-Besucher wirksam erreichen, um sicherzustellen, dass kein Katastrophen-Tourismus unsere Gegend beherrscht? 3. Wie konnte die TAO dazu beitragen, dass keine Lockdown-ähnlichen Zustände für die Gastbetriebe entstehen? Antwort von Gregor FRECHES (PFF), Minister für Kultur, Erwachsenenbildung, Tourismus, Denkmal- und Landschaftsschutz: Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, die Folgen des Vennbrands für unseren Tourismussektor beschäftigen uns alle sehr. Lassen Sie mich daher auf die gebündelten Fragen eingehen und erläutern, wie die Regierung aktuell handelt, welche Maßnahmen bereits ergriffen wurden und welche Schlussfolgerungen wir für die Zukunft ziehen. Der Brand vom 14. August hat unsere Heimat und unseren Tourismussektor in einer Kernzone unserer Identität getroffen. Das Hohe Venn ist eines der touristischen Aushängeschilder Ostbelgiens. Genau diese Bekanntheit führt in der aktuellen Situation aber auch dazu, dass Bilder des Brandes sehr stark mit der gesamten Region verbunden werden. Die Bilder der Rauchwolken und der Brandherde haben sich tief in das Gedächtnis vieler Menschen eingeprägt. Die wirtschaftliche Verunsicherung ließ daher nicht lange auf sich warten. Um ein konkreteres Bild zu erhalten, haben wir im Rahmen einer Krisenzelle mit der Wallonie eine Umfrage lanciert. Daran haben 73 Betriebe teilgenommen, die am Wochenende des Brandes rund 1.600 Gäste beherbergten. Davon haben mehr als 90 Prozent – konkret 1.524 Gäste – ihren Aufenthalt auf eigenen Wunsch vorzeitig abgebrochen. Die Evakuierungen durch die Rettungskräfte betrafen demgegenüber 54 Gäste. Die enorme Rauchentwicklung, die vor allem die Eifel betraf, führte bei den Gästen zu einer verständlichen Verunsicherung. Viele unserer Beherbergungsbetriebe haben in dieser schwierigen Situation sehr kulant reagiert und ihren Gästen Stornierungen oder Gutschriften ermöglicht. Diese Entwicklung trifft zwei Kernbereiche unseres Beherbergungssektors besonders hart: die Hotels und die Campingplätze. Allein auf diese beiden Segmente, sowie das Sport- und Freizeitzentrum Worriken, entfielen fast 80 Prozent aller anwesenden Gäste an besagtem Wochenende. Während Campinggäste naturgemäß äußerst empfindlich auf eine verschlechterte Luftqualität reagieren, wiegt der Ausfall bei den Hotels auch deshalb so schwer, weil Ausfälle bei den Übernachtungen unmittelbare Auswirkungen auf die angeschlossene Gastronomie haben. Diese Wochen – Ende August und hinein in den September – sind für viele Betreiber von entscheidender Bedeutung, um die notwendigen Finanzmittel für die umsatzschwächeren Wintermonate zu erwirtschaften. Die von uns veranlasste Bestandsaufnahme, die im Wesentlichen die Situation bis zum 24. August abbildet, verdeutlicht die Dimension der Verluste. Nach den Berechnungen von „Tourisme Wallonie“ auf Basis der Rückmeldungen aus insgesamt 89 beteiligten Betrieben, verzeichnen wir allein in der Deutschsprachigen Gemeinschaft für die drei Wochen nach dem 14. August, einen Rückgang von fast 14.500 Übernachtungen. Der damit verbundene geschätzte Einnahmenausfall beläuft sich auf knapp 584.000 Euro. Zum Vergleich lässt sich heranziehen, dass die Ausfälle in den angrenzenden frankophonen Gemeinden mit 137.940 Euro deutlich geringer ausfielen. Diese Zahlen zeigen, dass der Brand die Wahrnehmung unserer Destination erheblich erschüttert hat und dass die wirtschaftlichen Folgen für einzelne Betriebe real und spürbar sind. Dennoch gibt es auch erste Lichtblicke. Die Saison vor dem Brand verlief erfreulich gut, und wir erhalten von den wallonischen Kollegen Berichte über erste bewusste Solidaritätsbuchungen von Gästen, die unsere Region gerade jetzt unterstützen wollen. Bei einem sonnigen Herbst hoffen wir sehr, einen Teil des bisherigen Abwärtstrends abfedern zu können. Das Handeln der Regierung und der Tourismusagentur Ostbelgien erfolgte seit dem Ausbruch des Brandes auf zwei eng miteinander verzahnten Ebenen. Zum einen standen die Krisenkommunikation und die Information über Sicherheitsmaßnahmen im Vordergrund. Zum anderen ging es darum, Fehlinformationen entgegenzuwirken und klar aufzuzeigen, welche touristischen Angebote in den nicht betroffenen Gebieten weiterhin genutzt werden können. Die Tourismusagentur Ostbelgien hat unmittelbar am 15. August die operative Krisenkommunikation aufgenommen. Über ihre digitalen Kanäle, über die Medien und im direkten Austausch mit den Akteuren wurde fortlaufend über Sperrungen, Evakuierungen und Verhaltensregeln informiert. Gleichzeitig wurden für Aktivurlauber so schnell wie möglich Alternativen geschaffen. Für touristische Zugpferde wie die Vennbahn, den Stoneman Arduenna und die VENNtrilogie wurden in kürzester Zeit funktionierende Umleitungen und alternative Streckenführungen ausgearbeitet, umgesetzt und kommuniziert. In enger Abstimmung mit den Gemeinden – wie etwa in Weismes – wurden kurzfristig neue Wanderwege ausgewiesen, um den Gästen Alternativen zu bieten und gleichzeitig die nahe gelegenen Gastronomie- und Beherbergungsbetriebe zu unterstützen. Auch die örtlichen Infostellen leisteten hervorragende Arbeit, um Besucher trotz zeitweiser Sperrungen vor Ort zu lenken und zu beraten. Ein zentrales Anliegen unserer Kommunikation war und ist es, einen Katastrophentourismus zu verhindern und gleichzeitig klarzustellen, dass bei uns keineswegs Lockdown-ähnliche Zustände herrschen. Vergleiche mit der Corona-Pandemie weise ich ausdrücklich zurück, denn sie sind weder sachgerecht noch hilfreich. Deshalb möchte ich eine Botschaft besonders klar formulieren: Das Hohe Venn ist in Teilen gesperrt – Ostbelgien ist es nicht. Unsere touristischen Betriebe sind geöffnet und unsere Region ist weiterhin erreichbar. Es gibt keine behördlichen Schließungen unserer touristischen Betriebe. Um Katastrophentourismus zu verhindern und die Einsatzkräfte nicht zu behindern, genießt der Schutz der behördlichen Sperrzonen selbstverständlich absolute Priorität. Eine interaktive Karte informiert tagesaktuell darüber, welche Pfade begehbar sind und welche strikt gemieden werden müssen. Parallel dazu steuern wir der Wahrnehmung entgegen, ganz Ostbelgien sei von den Folgen des Brandes betroffen. Ein besonderer Fokus unserer Medienarbeit liegt dabei auf dem für uns essenziellen flämischen Markt, wo wir mit Nachdruck vermitteln, dass der überwiegende Teil der touristischen Infrastruktur intakt und erlebbar bleibt. Um diese Botschaft möglichst wirkungsvoll zu verbreiten, arbeiten wir – das heißt mein Kabinett, das Ministerium und die TAO - seit der ersten Stunde gemeinsam mit meiner wallonischen Kollegin Valérie Lescrenier sowie den wallonischen Partnern „Tourisme Wallonie“ und „VisitWallonia“ zusammen. Bereits in der Woche nach dem Brandausbruch wurde eine gemeinsame Taskforce ins Leben gerufen, in der die zuständigen Kabinette, Ministerien, Branchenverbände und Tourismusorganisationen vertreten sind. Dieses Gremium sorgt für eine abgestimmte Kommunikation und verhindert widersprüchliche Signale an den Markt. Zudem wird aktiv der Kontakt zu inländischen Medien gesucht, um eine sachliche und differenzierte Berichterstattung über das Hohe Venn und die gesamte Region zu fördern. Die Bewältigung dieser Krise bringt jedoch auch strukturelle Erkenntnisse mit sich, die wir politisch aufarbeiten müssen. In den ersten Tagen der Krise zeigte sich eine praktische Einschränkung in der Kommunikationsstruktur der Tourismusagentur Ostbelgien. Da die TAO als mitgliedschaftlich organisierte Struktur nicht über die Kontaktdaten sämtlicher registrierter Beherbergungsbetriebe in der Deutschsprachigen Gemeinschaft verfügte, konnte sie krisenrelevante Informationen zunächst nur an ihre eigenen Mitglieder direkt zustellen. Um eine flächendeckende Information aller Akteure im Horeca-Sektor zu garantieren, musste der Fachbereich unseres Ministeriums einspringen und den Versand an alle übrigen registrierten Betriebe übernehmen. Diese Erfahrung zeigt uns, dass wir die Kommunikationsstrukturen für Krisensituationen weiter verbessern müssen. Die TAO wird weitgehend aus öffentlichen Mitteln finanziert – durch die Deutschsprachige Gemeinschaft, die Provinz Lüttich, die Wallonie, die Gemeinden und durch EU-Projekte. Daraus ergibt sich aus unserer Sicht auch eine Verantwortung gegenüber dem gesamten Tourismussektor. Wir werden deshalb gemeinsam mit der TAO prüfen, wie künftig sichergestellt werden kann, dass krisenrelevante Informationen möglichst schnell und unmittelbar alle betroffenen Betriebe erreichen – unabhängig davon, ob sie Mitglied der TAO sind. Was die Frage finanzieller Unterstützungsmaßnahmen oder Entschädigungen betrifft, muss die Zuständigkeitsordnung unseres Staates klar benannt werden. Da die Wirtschaftspolitik in der Wallonischen Region liegt, fallen die Verhandlung und eine etwaige Bereitstellung direkter finanzieller Hilfen für erlittene Umsatzausfälle in die primäre Verantwortung unserer wallonischen Kollegen. Auch Versicherungsfragen sind in diesem Zusammenhang zu klären. Das bedeutet jedoch nicht, dass wir untätig bleiben. Wir stehen hierzu im engen Austausch mit unseren wallonischen Partnern und werden die Interessen und die besondere Betroffenheit der ostbelgischen Betriebe in diesen Gesprächen weiterhin einbringen. Gleichzeitig beobachten wir die weitere Entwicklung der Buchungen und Übernachtungen aufmerksam. Gemeinsam mit der TAO und den touristischen Akteuren werden wir unsere Kommunikation und unsere Maßnahmen an die weitere Entwicklung anpassen. Politisch haben wir für die Zukunft zwei zentrale Hausaufgaben zu erledigen. Kurz- und mittelfristig müssen zerstörte touristische Infrastrukturen zügig wieder aufgebaut und die Kooperation mit den wallonischen Partnern weiter vertieft werden. Längerfristig muss sich unsere Strategie jedoch grundlegend weiterentwickeln. Der Schutz dieser einmaligen Naturlandschaft, die Lebensqualität unserer Bevölkerung und eine professionelle Besucherlenkung müssen noch stärker in den Mittelpunkt gerückt werden. Wir müssen lernen, das Hohe Venn als ein kostbares Gut zu schützen und künftig verstärkt für einen verantwortungsvollen, sensiblen Umgang mit diesem Naturraum zu werben. Vor allem aber müssen wir uns touristisch thematisch breiter aufstellen. So einzigartig das Hohe Venn ist, so wichtig ist es, dass wir touristisch nicht von einem einzigen Aushängeschild abhängig sind. Wir möchten deshalb in Zukunft die vielen anderen Stärken Ostbelgiens noch deutlicher hervorheben und vermarkten – von unseren Rad- und Wanderangeboten über die Vennbahn und unsere Kultur bis hin zu Gastronomie und Familienangeboten. Unser Ziel ist es, den Tourismus in Ostbelgien nachhaltig, widerstandsfähig und zukunftssicher aufzustellen. Dazu gehört auch eine bessere Besucherlenkung. Wir müssen Besucher möglichst früh auf ihrem Weg ins Hohe Venn erreichen und ihnen wichtige Informationen sichtbar und verständlich zur Verfügung stellen - und nicht erst, wenn sie schon dort angekommen sind. Hierfür bemühen wir uns, neben den digitalen Informationsangeboten auch die analoge Besucherinformation zu stärken. Ein konkretes Beispiel ist die geplante Infotafel in Eupen an der Malmedyer Straße, um Gäste bereits vor ihrem Weg ins Venn über wichtige aktuelle Entwicklungen und Ereignisse zu informieren. Diese Infotafeln sind Teil der Tourismusstrategie Ostbelgien 2040. Meine Damen und Herren, der Vennbrand hat unserer Region und insbesondere Teilen unseres Tourismussektors einen erheblichen Schlag versetzt. Wir können die wirtschaftlichen Auswirkungen nicht wegreden. Wir können aber sehr wohl dafür sorgen, dass unsere Gäste wissen: Die Sperrzonen werden respektiert, die touristischen Betriebe sind geöffnet, und ein großer Teil Ostbelgiens ist weiterhin ein attraktives und sicheres Reiseziel. Gleichzeitig müssen wir aus dieser Krise lernen – bei der Krisenkommunikation, bei der Besucherlenkung und bei der langfristigen Ausrichtung unseres Tourismus. Daran werden wir gemeinsam mit unseren Partnern arbeiten. Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.
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