Fragen und Antworten

Mündliche Frage Nr. 437

07. September 2026 – Frage von Herr M. BALTER an Herrn Ministerpräsident PAASCH zum Glasfaserausbau

Wie viele Haushalte und Unternehmen in der DG werden nach der aktuellen Ausbauplanung keine Anschlussmöglichkeit durch GoFiber erhalten?

Die nachfolgend veröffentlichte Frage und die Antwort entsprechen den hinterlegten Originalfassungen. Die endgültige Version ist im Bulletin für Interpellationen und Fragen (BIF) veröffentlicht.


Frage von Michael BALTER (Vivant), vom 07. September 2026:

Beim Start des Glasfaserausbaus wurde das Ziel ausgegeben, bis Ende 2026 rund 98 Prozent der Haushalte und Unternehmen in der DG eine Anschlussmöglichkeit zu bieten. Ursprünglich war von knapp 40.000 Haushalten und Unternehmen die Rede.

Inzwischen hat sich der Zeitplan verschoben. Im April 2026 erklärten Sie, GoFiber liege wieder im mit der Europäischen Union vereinbarten Zeitplan. Mit einem Abschluss der Arbeiten sei voraussichtlich gegen Ende 2027 zu rechnen.

Am 13. August berichtete das GrenzEcho nun, dass unter anderem Randgebiete der Gemeinde Büllingen keinen Glasfaserzugang über GoFiber erhalten sollen. Betroffen ist beispielsweise Losheimergraben. GoFiber verweist genau darauf, lediglich 98 Prozent der Haushalte anschließen zu können.

Gerade in abgelegenen Gebieten ist schnelles Internet jedoch besonders wichtig. Deshalb sollte transparent sein, wer am Ende tatsächlich vom öffentlich unterstützten Glasfaserausbau ausgeschlossen bleibt.

Daher meine Fragen an Sie:

1.    Wie viele Haushalte und Unternehmen in der DG werden nach der aktuellen Ausbauplanung keine Anschlussmöglichkeit durch GoFiber erhalten?
2.    Welche Ortschaften oder Ortsteile sind nach der aktuellen Ausbauplanung von GoFiber ausgeschlossen?
3.    Welche konkrete Lösung sieht die Regierung für Haushalte ohne Anschlussmöglichkeit durch GoFiber vor?


Antwort von Oliver PAASCH (ProDG), Ministerpräsident:

GOFiber hat den Auftrag und die nötigen Mittel erhalten, um 98% der Unternehmen und Haushalte in Ostbelgien mit einem modernen Glasfasernetz zu versorgen. Dies bedeutet, dass unter den aktuellen Konditionen im Rahmen des Ausbauvorhabens 2% der Haushalte in Ostbelgien in einer ersten Phase nicht abgedeckt werden können. Um diese 2% zu identifizieren, führt GOFiber derzeit eine objektive Analyse zur Identifizierung der marginalen Kosten pro Unternehmen/Haushalt durch. Grundsätzlich kann man hierbei festhalten, dass der marginale Kostenpunkt für Haushalte/Unternehmen, die mehrere hundert Meter abseits der restlichen Siedlungsstruktur liegen, über dem für den Gesamtfinanzrahmen verkraftbaren Schwellenwert liegt und unter die 2% zu fallen drohen. GOFiber ist allerdings stetig bemüht, seine Ausbauverfahren zu verbessern und neue Techniken zum Einsatz zu bringen. Hierzu laufen zurzeit verschiedene Testverfahren, die einen positiven Einfluss auf zusätzliche Erschließungsmöglichkeiten haben könnten. 

In diesem Zusammenhang möchte ich darauf hinweisen, dass das Unternehmen GOFiber – über seinen ursprünglichen, oben genannten Auftrag hinaus – eine Mindestexistenzdauer von 30 Jahren hat. Hauptaufgabe in dieser Zeit wird die Verwaltung, der Unterhalt, sowie nicht zuletzt die weitere Ausdehnung des Netzes sein. Es ist also durchaus möglich, dass im Zuge technischer Verbesserungen und/oder anderer positiver Faktoren, das Netz über den zum heutigen Zeitpunkt möglichen Ausbauperimeter erweitert werden kann. Denkbar ist zudem, dass GOFiber im Falle einer positiven Restbilanz nach dem Ursprungsausbau in die Abdeckung weiterer Haushalte investiert. Denkbar ist auch, dass Gespräche mit anderen Anbietern (bspw. Proximus/Orange) geführt werden, um zusätzlich alternative Lösungen über das Mobilfunknetz oder Fixed Wireless Access zu finden. 

Fest steht jedenfalls, dass der Glasfaserausbau in unserem ländlichen Raum einzigartig ist. 

Wenn wir als DG das Zepter nicht in die Hand genommen hätten, wäre eine 98 % Abdeckung unseres Gebietes mit moderner Glasfaser völlig illusorisch gewesen. Mit diesem Glasfaserausbau schaffen wir wichtige Voraussetzung dafür, als Gesellschaft an den digitalen Entwicklungen teilhaben zu können und unseren Wirtschaftsstandort zukunftssicher zu machen. Ohne diesen ostbelgischen Weg hätten wir befürchten müssen, als ländlicher Raum von der digitalen Welt ausgeschlossen zu werden. Wir wollten nicht dasselbe Schicksal erleiden wie viele ländlich geprägte Gebiete in Europa, die von der digitalen Entwicklung abgehängt werden. Deshalb haben wir unser Schicksal selbst in die Hand genommen. Und das war definitiv die richtige Entscheidung.

 

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