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Fragen und Antworten

Schriftliche Frage Nr. 290

23. November 2022 – Frage von J. Huppertz an Herrn Minister Antoniadis zu Gehaltstabellen im Pflegesektor

Bitte listen Sie für die Tätigkeiten der Pfleger*Innen, Pflegehelfer*Innen und der sog. Alltagshelfer*Innen die Lohntabellen auf, durch die deutlich wird, wie hoch die monatlichen brutto Vergütungen und Gehaltsentwicklung im Laufe der Karriere sein werden.

Die nachfolgend veröffentlichte Frage und die Antwort entsprechen den hinterlegten Originalfassungen. Die endgültige Version ist im Bulletin für Interpellationen und Fragen (BIF) veröffentlicht. 

Frage von Jolyn Huppertz (CSP) vom 11. Oktober 2022:

Im Juli 2020 kündigte die DG-Regierung eine Gehaltserhöhung für Pflegekräfte und weitere Berufsgruppen im Sozialbereich an.
Unklar ist, ob und inwieweit Lohnunterschiede zwischen den einzelnen Tätigkeiten nicht zuletzt in Zusammenhang mit den unterschiedlichen Ausbildungsniveaus resp. der Länge der Studiendauer besteht.

Vor diesem Hintergrund stelle ich der Regierung folgende Frage:
– Bitte listen Sie für die Tätigkeiten der Pfleger*Innen, Pflegehelfer*Innen und der sog. Alltagshelfer*Innen die Lohntabellen auf, durch die deutlich wird, wie hoch die monatlichen brutto Vergütungen und Gehaltsentwicklung im Laufe der Karriere sein werden.


Antwort von Antonios Antoniadis (SP), Minister für Gesundheit und Soziales:

In der Tabelle im Anhang finden Sie die gewünschten Brutto-Lohntabellen. Hierin werden sowohl die aktuellen nicht-indexierten Jahresgehälter und Monatsgehälter abgebildet als auch die indexierten Beträge. Der Index, der angewandt wurde, ist der aktuelle Index von 1,9222 (anwendbar im öffentlichen Dienst ab dem 1. September 2022).
Aufgelistet werden die Baremen 2, 8, 9, 11, 13 des nicht-kommerziellen Sektors. Die nicht-indexierten Jahresgehälter sind im Erlass der Regierung vom 22. Juni 2001 zur Festlegung der Bemessungsgrundlagen für Personalzuschüsse im Sozial- und Gesundheitsbereich fest-gelegt.
In der Tabelle nicht berücksichtigt sind die Arbeitsgeberlasten, das Urlaubsgeld und die Jahresendprämie.
Alltagsbegleiter

Der Alltagsbegleiter startet mit Beginn seiner Fortbildung in Barema 2 (Qualifizierter Unterhaltsarbeiter). Das Angebot ist niederschwellig und dient dazu, das bestehende Fachpersonal zu entlasten.
Der Alltagsbegleiter hat die Aufgabe, die Senioren im Alltag zu unterstützen und zu einer qualitätsvollen Begleitung der Bewohner beizutragen. Er übernimmt keine der geschützten Tätigkeiten der Gesundheitsberufe.
Wie geschrieben, handelt es sich um Tätigkeiten der alltäglichen Begleitung des Seniors. Die Tätigkeiten des Alltagsbegleiters können nur in einem Wohn- und Pflegezentrum für Senioren ausgeübt werden. Die Fortbildung umfasst 150 Fortbildungsstunden und zwei Jahre Praxiserfahrung.

Mit erfolgreichem Abschluss der Qualifikation steigt der Alltagsbegleiter in Barema 8 (Barema der Kinderbetreuer, Familien- und Seniorenhelfer). Mittels einer zusätzlichen Aus-bildung kann er auch Familien- und Seniorenhelfer und in der häuslichen Hilfe tätig werden.
Die Fortbildung zum Alltagsbegleiter befindet sich in einer Pilotphase von 2 Jahren. In dieser Phase werden die Anforderungen, die Einsatzmöglichkeiten und die Möglichkeit und Anforderungen der weiteren Ausbildung zum Familien- und Seniorenhelfer geprüft.

Pflegehelfer
Der Pflegehelfer darf innerhalb eines strukturierten Teams pflegerische Tätigkeiten unter der Delegation eines Gesundheits- und Krankenpflegers ausüben*.
Seine Tätigkeiten sind geschützt und präzise im Gesetz vom 10. Mai 2015 über die Aus-übung der Gesundheitspflegeberufe vorgegeben. Pflegehelfer sind in Barema 9 einzustufen.
Die Ausbildung und die Tätigkeiten sind spezifischer und pflegeorientierter als die des Alltagsbegleiters oder des Familien- und Seniorenhelfers, die wie geschrieben eher in der Begleitung tätig sind.
Das Diplom zum Pflegehelfer kann mit dem 7. Jahr des Sekundarunterrichts in der Studienrichtung Pfleghelfer erhalten werden oder nach dem ersten bestandenen Jahr der Bachelor und Brevet Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger.
Ebenfalls ermöglicht das Absolvieren der AFPH-Ausbildung, die von der KPVDB angeboten wird, die Möglichkeit, das Diplom des Pflegehelfers zu erhalten (18 Monate).
Um die Tätigkeit ausüben zu können, muss der Pflegehelfer über eine Zulassung mittels Registrierung durch die Gemeinschaften und über eine Berufserlaubnis des Föderalen Dienstes Volksgesundheit verfügen.
Gesundheits- und Krankenpfleger

Der Gesundheits- und Krankenpfleger verfügt über ein Bachelordiplom (Barema 13, 4 Jahre Studium nach dem Abitur) oder ein Brevet (Barema 11, 3,5 Jahre Ausbildung, wobei mit bestandenem 1. Jahr automatisch ein Abitur vorliegen wird) in der Gesundheits- und Krankenpflege.
Aktuell gibt es nach der Grundausbildung sechs Fachtitel und 4 besondere Berufsqualifikationen. Die Fachtitel können nur von Krankenpflegern mit Bachelordiplomen erworben wer-den, die besonderen Berufsqualifikationen sowohl für Krankenpfleger mit Brevet- als auch mit Bachelordiplom.
Die pflegerischen Tätigkeiten des Krankenpflegers sind im Gesetz vom 10. Mai 2015 über die Ausübung der Gesundheitspflegeberufe präzise definiert und geschützt.
Er kann dem Pflegehelfer Tätigkeiten delegieren und dessen Arbeit koordinieren. Er arbeitet eigenständig, erstellt pflegerische Diagnosen und schreibt und evaluiert Pflegeplanungen. Er arbeitet außerdem eng mit den Ärzten zusammen und kann unter ärztlicher Delegation spezifische pflegerische Tätigkeiten ausführen. Er berät Patienten und deren Bezugspersonen (Angehörige) und trägt große Verantwortung.**
und 
Er muss über eine Zulassung der Gemeinschaften und über eine Berufserlaubnis des Föderalen Dienstes Volksgesundheit verfügen, um den Beruf ausüben zu dürfen.

* Pflegehelfer: Ein Krankenpflegehelfer hat eine besondere Ausbildung an einer weiterführenden Schule Krankenpflegehelfer sind in Krankenhäusern, Erholungs- und Pflegeeinrichtungen oder bei Hauskrankenpfle-gern beschäftigt, wo sie unter der Aufsicht eines Krankenpflegers pflegende Aufgaben übernehmen. Es existiert eine umfangreiche Liste mit den besonderen Pflegeaufgaben, die ein Krankenpflegehelfer eventuell unter Beaufsichtigung ausführen darf. Die Pflege offener Wunden oder die Verabreichung von Spritzen gehö-ren nicht dazu. Die Aufgabe eines Krankenpflegehelfers besteht vor allem aus der Überwachung und der Hilfeleistung bei der persönlichen Hygiene des Patienten, beim Essen und Trinken, bei der Einnahme der oralen Medikation und der allgemeinen Beobachtung des Patienten. 
(https://www.health.belgium.be/de/gesundheit/sorgen-sie-fuer-sich-selbst/patiententhemen/grenzueber-schreitenden-14) 

** Gesundheits- und Krankenpfleger: „Unter Ausübung der Krankenpflege wird die Erfüllung der folgen-den Aktivitäten verstanden: das Beobachten, Erkennen und Festlegen des Gesundheitsstatus sowohl auf psychischem und körperlichem als auch auf sozialem Gebiet; die Umschreibung von Pflegeproblemen; der Beitrag zur medizinischen Diagnose durch den Arzt und die Durchführen der verschriebenen Behandlung; die Information und Beratung des Patienten und seiner Familie; das ununterbrochene Beistehen, das Ausführen und Helfen beim Ausführen von Handlungen, wodurch der Krankenpfleger die Erhaltung, die Verbesserung und die Wiederherstellung der Gesundheit von gesunden und kranken Personen und Gruppen bezweckt; das Gewähren von Sterbebegleitung und Begleitung bei der Verarbeitung des Trauerprozesses.“ 
(https://www.health.belgium.be/de/gesundheit/sorgen-sie-fuer-sich-selbst/patiententhemen/grenzueber-schreitenden-14) 
In den Gesundheitspflegeeinrichtungen arbeitet der Krankenpfleger vor allem in einem multidisziplinären Team. Manche Ausgaben führt er im Auftrag des Arztes aus oder er unterstützt den Arzt.    

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