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Fragen und Antworten

Schriftliche Frage Nr. 248

12. Mai 2022 – Frage von D. Stiel an Frau Ministerin Weykmans zum Thema „Unseriöse Bewerbungen von Arbeitsuchenden“

Gibt es für den Arbeitgeber eine Möglichkeit, Fälle von unseriösen Bewerbungen systematisch beim Arbeitsamt zu melden?

Die nachfolgend veröffentlichte Frage und die Antwort entsprechen den hinterlegten Originalfassungen. Die endgültige Version ist im Bulletin für Interpellationen und Fragen (BIF) veröffentlicht. 

Frage von Diana Stiel (Vivant) vom 8. April 2022:

Es ist kein Geheimnis, dass Arbeitgeber zunehmend mit nicht seriös gemeinten Bewerbungsschreiben konfrontiert werden. Es ist anzunehmen, dass manche Arbeit-suchenden die Bemühungen der Arbeitsuche vortäuschen, um weiterhin Arbeitslosen-unterstützung zu erhalten, jedoch keinerlei seriöse Absichten haben.
Während der Corona-Krise wurde die Regel, eine gewisse Anzahl Bewerbungen vorweisen zu müssen, vorübergehend ausgesetzt.
Wir sind der Meinung, dass abgesehen von der Tatsache, dass es sich hierbei juristisch gesehen um Betrug handelt, dem Arbeitgeber wertvolle Zeit verloren geht.

Meine Fragen an Sie lauten:
1. Gibt es für den Arbeitgeber eine Möglichkeit, Fälle von unseriösen Bewerbungen systematisch beim Arbeitsamt zu melden?
2. Falls ja, wie viele solcher Beschwerden gehen monatlich beim Arbeitsamt ein und wie hat sich die Situation in den letzten 5 Jahren entwickelt?
3. Welche Maßnahmen werden in der DG ergriffen um dieser Situation Herr zu werden?


Antwort von Isabelle Weykmans (PFF), Ministerin für Kultur, Beschäftigung, Wirtschaftsförderung und ländliche Entwicklung:

In der Tat besteht die Möglichkeit Fälle von unseriösen Bewerbungen beim Arbeitsamt mitzuteilen. Dies kann über die Beschwerdeprozedur des Arbeitsamtes erfolgen. Darüber hinaus stehen die Mitarbeiter des Arbeitsamts aus Stellenvermittlung, Unternehmens-service und Betriebsberatung oder der Unterstützten Beschäftigung in regelmäßigem Austausch mit zahlreichen Arbeitgebern in der Deutschsprachigen Gemeinschaft. Werden Arbeitgebern Arbeitssuchende auf ein Stellenangebot hin vermittelt, wird systematisch ein Arbeitgeberfeedback eingeholt.
In den letzten fünf Jahren gingen zwei schriftliche Beschwerden von Arbeitgebern beim Arbeitsamt ein.

Hinsichtlich der in der DG ergriffenen Maßnahmen ist vorauszuschicken, dass eine verbindliche Definition einer unseriösen Bewerbung schwierig ist: Arbeitgeber bewerten unterschiedlich, ab wann eine Bewerbung als unseriös anzusehen ist. Dies hängt stark von den Rahmenbedingungen der jeweiligen Situation ab. So sind die Bewerbungsprozeduren je nach Sektor oder Betriebsgröße sehr unterschiedlich.
Arbeitsuchende, die Arbeitslosengeld beziehen, müssen dem Arbeitsmarkt effektiv zur Verfügung stehen und aktiv nach einer Arbeitsstelle suchen. Die Kontrolle dieser Such-bemühungen obliegt seit der 6. Staatsreform dem Arbeitsamt.
Sowohl der Arbeitsberater als auch der Kontrolldienst des Arbeitsamtes überprüfen die Regelmäßigkeit, die Vielfältigkeit und die Qualität der Bewerbungen, bspw. ob diese den Kompetenzen angepasst oder ob die Bewerbungsunterlagen in Ordnung sind.
Die Bewerbungen sind Teil des gesamten Eingliederungsweges, der für jeden Arbeitssuchenden individuell vereinbart wird. Aufgrund der Heterogenität der Profile gibt es keine allgemeine Mindestanzahl an Bewerbungen, sondern wird die Bewerbungs-frequenz individuell festgelegt.

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