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Fragen und Antworten

Mündliche Frage Nr. 899

13. Januar 2022 – Frage von C. Kraft an Ministerin KLINKENBERG zur Schülerakte

Wie steht die DG-Regierung, zu diesem Projekt?

Die nachfolgend veröffentlichte Frage und die Antwort entsprechen den hinterlegten Originalfassungen. Die endgültige Version ist im Bulletin für Interpellationen und Fragen (BIF) veröffentlicht. 

Frage von Colin Kraft (CSP):

Am 4. Januar 2022 veröffentlichte La Libre Belgique einen Artikel mit dem Titel „Le dossier d’accompagnement de l’élève devrait se concrétiser en 2022.“
Die Autorin beschreibt in dem Artikel, dass das Ziel folgendermaßen aussehen soll: „Le but: consigner dans un outil numérique la façon dont ont été traitées les difficultés de l’élève.“ 
Und: „Le dossier d’accompagnement doit lutter contre l’échec et le redoublement.“

Verschiedenste Maßnahmen zur Unterstützung des Schülers, zum Abbau seiner Schwächen sowie präventive Maßnahmen sollen gebündelt werden.
Dazu meine Frage:
-­ Wie steht die DG-Regierung, zu diesem Projekt? 
­- Gibt es ähnliche Projekte in ostbelgischen Schulen? 
­- Welche Strategien werden in Ostbelgien verfolgt, um gegen das Scheitern in der Schule (contre l’échec et le redoublement) vorzugehen?

Antwort von Lydia Klinkenberg (ProDG), Ministerin für Unterricht, Ausbildung, Kinderbetreuung und Erwachsenenbildung:

Sehr geehrte Frau Vorsitzende,
sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

das Projekt, das in der Französischen Gemeinschaft lanciert werden soll, hat die Regierung der Deutschsprachigen Gemeinschaft zur Kenntnis genommen.

Der Regierung der Deutschsprachigen Gemeinschaft ist bewusst, dass in allen Bereichen eine solide Datenlage die Grundlage für das Ableiten erforderlicher Maßnahmen ist. Daher hat die Regierung in ein neues Schulverwaltungsprogramm investiert, das sich derzeit in der Aufbauphase befindet. Mittelfristig ist angedacht, dass alle Unterrichtseinrichtungen in der Deutschsprachigen Gemeinschaft sich diesem Programm anschließen können. In der Zukunft wird es also eine zentrale Datenbank aller Schülerinnen und Schüler, die eine Schule in der Deutschsprachigen Gemeinschaft besuchen, geben und es wird möglich sein, eine Reihe von Statistiken zu ziehen, so beispielsweise zur Historie der Schüler.

Um Schulversagen und Schulabbruch vorzubeugen, bedarf es eines ganzheitlichen Ansatzes. 
Mit dem Ziel, die Unterstützung im förderpädagogischen Bereich zu optimieren, wird derzeit an der Gründung der paragemeinschaftlichen Einrichtung für Förderpädagogik gearbeitet.

Zahlreiche andere Maßnahmen wurden im Unterrichtswesen bereits in Angriff genommen, um Schüler bestmöglich zu unterstützen und ihr schulisches Scheitern zu vermeiden. 
So zielen die niederschwellige Förderung mit dem Einsatz von Förderpädagogen und die hochschwellige Förderung mit dem Einsatz von Integrationslehrern auf das frühe Beheben eventueller Lernschwierigkeiten ab. Ziel ist es, die Motivation der Schüler aufrecht zu erhalten und ihr schulisches Scheitern so weit wie möglich zu vermeiden. 

Ebenfalls erlaubt die dekretale Einführung des Nachteilsausgleichs es, Schülern mit spezifischen Beeinträchtigungen auf sie zugeschnittene Hilfestellungen zu geben. Dieser Nachteilsausgleich zielt auf die Korrektur einer unausgeglichenen Situation in der Primar- und Sekundarschule ab, um einer Diskriminierung der Schüler mit besonderem Förderbedarf vorzubeugen. Falls die Nachteilsmaßnahmen nicht ausreichen, können Schüler nach festgelegten Kriterien auch Notenschutz erhalten. 

Als unterstützende Einrichtung leistet Kaleido Ostbelgien konkrete Beratung für die schulische und berufliche Orientierung der Schüler und der Lehrlinge und trägt zur erfolgreichen schulischen Laufbahn bei. Auch das Kompetenzzentrum unterstützt in diesem Sinne Lehrer durch Beratungen in vielfältigen Bereichen.

Unabhängig davon wurde neben der Time Out-Einrichtung, die Hilfestellung und Unterstützung für Schüler ab 12 Jahren zur schulischen und beruflichen Orientierung in schwierigen Lebenslagen anbietet, die systemische Kindereinrichtung für Schüler unter 12 Jahren aufgebaut. Diese Einrichtung hat ihre Arbeit in diesem Schuljahr 2021-2022 aufgenommen. 

Abschließend sei erwähnt, dass bereits seit langem erfolgreich durchgeführte Angebote wie die Anlehre in der mittelständischen Ausbildung, der Teilzeitunterricht im berufsbildenden Regelsekundarschulwesen sowie die differenzierte Stufe an Sekundarschulen Schüler, die vom Schulabbruch bedroht sind, unterstützt und fördert. 

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.

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