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Fragen und Antworten

Mündliche Frage Nr. 897

13. Januar 2022 – Frage von L. Scholzen an Ministerin KLINKENBERG zum Stand der Dinge bezüglich des Stipendiensystems

Wie ist der Stand der Dinge in diesem Vorhaben?

Die nachfolgend veröffentlichte Frage und die Antwort entsprechen den hinterlegten Originalfassungen. Die endgültige Version ist im Bulletin für Interpellationen und Fragen (BIF) veröffentlicht. 

Frage von Liesa Scholzen (ProDG):

Während der Haushaltsdebatten gaben Sie auf meinen Vorschlag hin bekannt, dass die Ausarbeitung eines Stipendiensystems in Ostbelgien zur Bekämpfung des Fachkräftemangels in Arbeit sei.
Das Prinzip, nach welchem in Südtirol bereits erfolgreich gearbeitet wird, könnte auch bei uns dem Lehrer- und Pflegekräftemangel entgegenwirken. Durch die Vergabe von Stipendien an Ausbildungswillige, welche sich dazu bereit erklären langfristig ihren Beruf in der Deutschsprachigen Gemeinschaft auszuüben, würde ohne Zweifel Studieninteressierte in unsere Gemeinschaft locken. Sollten sich die Studierenden nicht dafür entscheiden, in unserer Gemeinschaft zu bleiben, müssten sie zumindest einen Teil der gezahlten Summe zurückzahlen.

Meine Fragen an Sie werte Frau Ministerin, lauten:
-­ Wie ist der Stand der Dinge in diesem Vorhaben?
­- Wie sehen die folgenden Schritte in diesem Vorhaben aus?


Antwort von Lydia Klinkenberg (ProDG), Ministerin für Unterricht, Ausbildung, Kinderbetreuung und Erwachsenenbildung:

Sehr geehrte Frau Vorsitzende,
sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

durch die Einführung eines Stipendiensystems möchte die Regierung der Deutschsprachigen Gemeinschaft den Fachkräftemangel in sogenannten Mangelberufen bekämpfen, indem mehr Kandidatinnen und Kandidaten für das Studium gewonnen und gleichzeitig an den Standort Ostbelgien gebunden werden.

Das Arbeitsamt der Deutschsprachigen Gemeinschaft erstellt jährlich eine Liste der Mangelberufe. Als Mangelberufe gelten in der Deutschsprachigen Gemeinschaft die Berufe, für die mindestens fünf Angebote aus der Deutschsprachigen Gemeinschaft vorlagen, in denen die Stellenbesetzungsquote im Vorjahr unter dem Durchschnitt aller Angebote lag und/oder in denen die Dauer bis zur Besetzung überdurchschnittlich lang war. Ob und welche Berufe neben dem Lehrerberuf und den Pflegeberufen im Konzept des Stipendiensystems Berücksichtigung finden werden, ist derzeit noch nicht absehbar.

Das neue Stipendiensystem kann frühestens zu Beginn des Studienjahres 2023-2024 in Kraft treten. Der Fachbereich Ausbildung und Unterrichtsorganisation des Ministeriums und die Autonome Hochschule Ostbelgien arbeiten in meinem Auftrag an der Ausarbeitung eines Konzepts und eines Zeitplans. Dabei müssen auch das bestehende Studienbeihilfe- und Stipendiensystem genauestens geprüft und ggf. angepasst werden.

Angestrebt wird ein System, das beispielsweise so gestaltet sein wird, dass man ein Stipendium erhält, das nicht rückzahlbar ist, insofern man sich verpflichtet, für eine festgelegte Dauer in Ostbelgien zu arbeiten.

Als Best Practice Beispiel für dieses Konzept dient uns derzeit Südtirol. Ende Januar findet ein Austausch zwischen mir, dem Ministerpräsidenten und Vertretern aus Südtirol statt, um mehr über das dort implementierte Stipendiensystem zu erfahren.

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.

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