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Fragen und Antworten

Mündliche Frage Nr. 840

10. November 2021 – Frage von J. Huppertz an Minister Antoniadis zu Belegungsquote und Warteliste in den Wohn- und Pflegezentren für Senioren in Ostbelgien

Wie ist diese Entwicklung nur wenige Wochen nach der Aussprache im Parlament zu erklären?

Die nachfolgend veröffentlichte Frage und die Antwort entsprechen den hinterlegten Originalfassungen. Die endgültige Version ist im Bulletin für Interpellationen und Fragen (BIF) veröffentlicht. 
 
Frage von Jolyn Huppertz (CSP):
 
In Rahmen einer Fragestunde im vergangenen September 2021 erklärte die Regierung im Zusammenhang mit eventuellen Wartelisten vor unseren Altenheimen, dass sich die Lage scheinbar normalisiert habe.* 
Um so verwunderter habe ich kaum einen Monat später der hiesigen Presse entnommen, dass der Zweckverband „VIVIAS – Interkommunale Eifel“ für alle Dienste in seinen Wohn- und Pflegezentren für Senioren in St. Vith und Bütgenbach einen vorläufigen und unbefristeten Aufnahmestopp verhängt habe, weil sich der schon ohnehin bestehende Personalmangel seit Jahresbeginn nochmals zugespitzt hätte.** 
 
Dazu meine Fragen:
-­ Wie ist diese Entwicklung nur wenige Wochen nach der Aussprache im Parlament zu erklären?
­- Wie hoch liegen die Ziffern der Wartelisten in den Eifeler Altenheimen?
­- Welche Auswege schlägt die DG-Regierung vor?
 
 
Antwort von Antonios Antoniadis (SP), Minister für Gesundheit und Soziales:
 
Die Frage 767 von Herrn Grommes bezog sich auf eine Studie der unabhängigen Krankenkassen, derer zufolge die Anzahl Bewohner in den wallonischen und Brüsseler Seniorenheimen zwischen 2019 und 2020 um 6,5 % zurückgegangen sei und ob dies auch in den WPZS der Deutschsprachigen Gemeinschaft beobachtet werden konnte. 
Im Vergleich zu 2019 und 2020 sind die Wartelisten, Stand September 2021, wieder ähnlich wie vor der Pandemie. Dies war gemeint als man von „Normalisierung der Wartelisten“ gesprochen hat. 
Zwischen der Fragestunde im Parlament von September und dem selbstauferlegten Einzugsstopp, den Vivias für seine beiden WPZS beschlossen hat, gibt es keinen ersichtlichen Zusammenhang. 
 
Der Einzugsstopp begründet sich durch die angespannte Personalsituation. Um hier Abhilfe zu schaffen, arbeiten wir zum einen gemeinsam mit Arbeitgebern und den Sozialpartnern an einer Neugestaltung der Personalnormen, zum anderen arbeiten wir an Modellen, welche es ermöglichen, das Personal in den Einrichtungen zu entlasten u.a. durch die Schaffung eines neuen Berufsbilds in der Deutschsprachigen Gemeinschaft sowie an vereinfachten Strukturen der Ausbildungsmöglichkeiten. 
Um die Wartelisten, auf welche sich die Personen quasi „vorsichtshalber“ bereits eintragen haben und meist aber dennoch nicht sofort einziehen, sobald ein Platz frei wird, ist es folgendermaßen bestellt: 
 
Erhöhte UK 20
Geringe UK 45
 
Auf der Reservierungsliste hingegen stehen die Personen, die morgen einziehen würden, wenn ein Platz frei wäre und die über eine gültige Beratungsbescheinigung und Unterstützungskategorie der DSL verfügen. Diese Liste umfasst derzeit 46 Personen mit einer erhöhten Unterstützungskategorie und 18 Personen mit einer geringen Unterstützungskategorie: 
 
Erhöhte UK 46
Geringe UK 18
 
 
 
* Frage Nr. 767 (8.9.2021) von Herrn GROMMES (ProDG) an Minister ANTONIADIS zu den Bewohnerzahlen und Wartelisten der WPZS
** https://www.grenzecho.net/63509/artikel/2021-10-12/vivias-verhangt-aufnahmestopp-fur-eifeler-heime
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