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Fragen und Antworten

Mündliche Frage Nr. 838

10. November 2021 – Frage von J. Grommes an Minister Antoniadis zu Beratungsunternehmen in der Covid-Pandemie

Hatte die Deutschsprachige Gemeinschaft genügend Know-how und eigene Ressourcen für die Vorbereitung solcher Gespräche?

Die nachfolgend veröffentlichte Frage und die Antwort entsprechen den hinterlegten Originalfassungen. Die endgültige Version ist im Bulletin für Interpellationen und Fragen (BIF) veröffentlicht. 

Frage von José Grommes (ProDG):

Laut Grenzecho - vom 05.11.2021 - mussten die verschiedenen Regierungen des Landes große Beratungsunternehmen wie Deloitte, McKingsey, EY und Roland Berger zur Bewältigung der Corona Pandemie zu Rate ziehen. „Das habe zehn Millionen Euro gekostet“, so zitiert das Grenzecho aus einem Bericht des „Le Soir“.  

Die Beurteilung der Einsetzung gewisser Expertenbüros während der Pandemie ist unterschiedlich. Die eigene Verwaltung war nicht in der Lage diese Aufgaben zu übernehmen, weil sie überfordert und nicht groß genug war, so die Analyse von Erika Vlieghe -Vorsitzende der Expertengruppe GEMS. Der Virologe Emmanuel André sieht ein eher strukturelles Problem: „Die Anwesenheit von Beratern ist das Syndrom der chronischen Desinvestition in unsere öffentlichen Dienste.“ 

Neben der Notwendigkeit des Einsatzes von Beratern wurden ebenfalls die entstandenen Kosten kritisch begutachtet. „Sie habe die Arbeit sehr geschätzt, aber insbesondere der Kontrast zwischen diesen Honoraren und der Nichtbezahlung der Experten, die die Regierung beraten haben, seien unerklärlich“, so Erika Vlieghe.

Auch die Deutschsprachige Gemeinschaft war bei vielen Expertentreffen und Konzertierungen vertreten - ob im Konzertierungsausschuss, den interministeriellen Konferenzen für Gesundheit, Bildung und Kultur oder auch den zahlreichen interföderalen Arbeitsgruppen. In Anbetracht der Fülle der dort diskutierten Themen, zu denen auch unsere Gemeinschaft Stellung beziehen musste, stellen sich mir folgende Fragen:
­ Hatte die Deutschsprachige Gemeinschaft genügend Know-how und eigene Ressourcen für die Vorbereitung solcher Gespräche?
­ Hat die Deutschsprachige Gemeinschaft ebenfalls auf Beraterfirmen zurückgegriffen?

Antwort von Antonios Antoniadis (SP), Minister für Gesundheit und Soziales:

Die Deutschsprachige Gemeinschaft hat ihr Know-How aufgebaut und dieses wird stetig weiterentwickelt. Sowohl auf Regierungsebene als auch im Ministerium der Deutschsprachigen Gemeinschaft hat es eine enorme Solidarität zwischen den Mitarbeitern der verschiedenen Fachbereiche gegeben. Das Personal hat sehr viel Verantwortungsbewusstsein für die Gemeinschaft gezeigt. 

Die Menschen arbeiteten und arbeiten teilweise noch immer tatkräftig in verschiedenen Bereichen wie dem Corona-Tracing, der Corona-Hotline oder dem Corona-Krisenteam. Auch in den Impfzentren sind Personalmitglieder zum Einsatz gekommen. 
Unzählige Überstunden wurden durch die verschiedenen Mitarbeiter geleistet. 
Das Corona Krisenteam wurde und wird auch weiterhin durch Experten unterstützt, die ein spezifisches Know-How in den Thematiken haben, wie zum Beispiel in der Hygieneberatung von Einrichtungen, der Unterstützung des Outbreak-Support-Teams, der Beratung für die Umsetzung der Impfstrategie und des Testings. 

Die Deutschsprachige Gemeinschaft hat keine Beraterfirmen direkt im Rahmen eigener Auftragsvergaben beauftragt. Grundsätzlich kann man aber auch sagen, dass ein Großteil der Vorarbeit in den verschiedenen föderalen Arbeitsgruppen von diesen externen Firmen geleistet wurde. Diese führten Berechnungen usw. durch.

Hätte man solche Aufgaben auch im Rahmen der Deutschsprachigen Gemeinschaft wahrnehmen müssen, hätten diese nicht noch zusätzlich vom eigenen Personal geleistet werden können.

 

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