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Fragen und Antworten

Mündliche Frage Nr. 837

10. November 2021 – Frage von C. Kever an Minister Antoniadis zum geplanten Pilotprojekt zum Begleiteten und Betreuten Wohnen in Kelmis

Welche Rolle spielt die Deutschsprachige Gemeinschaft in diesem Projekt?

Die nachfolgend veröffentlichte Frage und die Antwort entsprechen den hinterlegten Originalfassungen. Die endgültige Version ist im Bulletin für Interpellationen und Fragen (BIF) veröffentlicht. 

Frage von Céline Kever (SP):

In Kelmis soll ein großangelegtes Projekt zum Betreuten und Begleiteten Wohnen entstehen. Das geplante mehrstöckige Gebäude am Kirchplatz soll Wohneinheiten, sowie eine gewerbliche Nutzung im Erdgeschoss beherbergen. 
Dieses Pilotprojekt soll Betagten und Menschen mit Beeinträchtigung alternative Wohnformen bieten, die sowohl Autonomie und Selbstbestimmung fördern, als auch Möglichkeiten der Begleitung und des sozialen Miteinanders bieten. 
Als Träger sind die Gemeinde, die Dienststelle für Selbstbestimmtes Leben, sowie Kathleos im Gespräch. 
Dieses Projekt hatte im Kelmiser Gemeinderat für einige Diskussionen gesorgt. 
Prinzipiell begrüßt das gesamte Gemeindekollegium die Möglichkeit zum Betreuten und Begleiteten Wohnen, jedoch ist man sich über die Umsetzungsmodalitäten scheinbar nicht einig, bzw. noch nicht über die Details im Klaren. 
Es stehen in der Tat noch einige Fragen in Bezug auf Kosten, Finanzierung und Umsetzung dieses Mammutprojektes im Raum. 

Dazu möchte ich Ihnen, Herr Minister Antoniadis, folgende Fragen stellen: 
-­ Welche Rolle spielt die Deutschsprachige Gemeinschaft in diesem Projekt? 
­- Interveniert die Deutschsprachige Gemeinschaft in der Finanzierung?
­- Gibt es derzeit noch weitere Initiativen zu Begleitetem oder Betreutem Wohnen in dieser oder ähnlicher Form auf dem Gebiet der DG?

Antwort von Antonios Antoniadis (SP), Minister für Gesundheit und Soziales:

Wir brauchen für das Wohnen im Alter eine echte Wahlfreiheit. Darunter verstehe ich, dass die Seniorinnen und Senioren Alternativen zum Einzug in ein Wohn- und Pflegezentrum haben. Bereits heute lebt eine überwältigende Mehrheit der Menschen in den vertrauten vier Wänden. 
Diesen Wunsch sollten wir ernst nehmen und unterstützen.  Außerdem werden der Fachkräftemangel und die steigenden Pflegekosten eine stärkere Orientierung nach alternativen Wohnformen erfordern.

Diese Alternativen können die Menschen selbst organisieren. Hierzu ist die DG bereit, eine Anschubfinanzierung zu leisten. Oder aber es finden sich Träger, die neue Wohnprojekte gründen. Die DG kann dabei beraten und beteiligt sich an deren Finanzierung. Das betreffende Projekt in Kelmis ist mir in groben Zügen bekannt. Es soll eine Art betreutes Wohnen für Senioren werden. Auch sind Wohnungen für Menschen mit Beeinträchtigung geplant. 
Ein detailliertes Konzept ist noch in Bearbeitung. 
Natürlich wird sich die DG daran beteiligen, wenn die Kriterien für eine Finanzierung erfüllt werden. An Infrastrukturarbeiten bei einer öffentlichen oder einer privatrechtlichen Trägerschaft (VoG) beteiligt sich die DG mit 60 % bei Seniorenprojekten und mit 80 % an Bauten für Menschen mit Beeinträchtigung. Partner in diesem Projekt sind die VoG Kathleos sowie die Dienststelle für Selbstbestimmtes Leben (DSL).

Neben Infrastrukturfinanzierungen beteiligt sich die DG je nach Konzept auch an den Betriebskosten und ist darüber hinaus zuständig für die Anerkennung. Aktuell gibt es neben diesem Projekt verschiedene Initiativen. Es gibt die Seniorenresidenz in der Borngasse, die von der Stadt Eupen in Betrieb genommen werden soll. Hier hat die DG den Gemeinschaftsraum bezuschusst. VIVIAS plant im Rahmen des Masterplans Eifel in St.Vith betreutes Wohnen. Die Familienhilfe macht ebenfalls erste Überlegungen zu Seniorenwohngemeinschaften, die im Rahmen der häuslichen Hilfe organisiert werden sollen. Es gibt vereinzelt auch Gespräche mit einer privaten Initiative aus Eupen für gemeinschaftliches Wohnen im Alter.  

Das gilt aber auch für den Bereich Menschen mit Beeinträchtigung. Dort arbeiten wir mit der DSL am Ausbau der Wohnformen. Hier gestaltet sich die Suche nach Trägern schwierig. Was nicht durch externe Anbieter gewährleisten werden kann, wird die DSL notfalls in Eigenregie machen müssen.

 

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